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Wolfgang van Dorsten.
DIE TEUERSTEN BAUSCHÄDEN!
NASSE KELLER; FEUCHTE KELLER UND BAUWERKSABDICHTUNGEN.
Bauphysikalische Betrachtungen zum Bauherrenschutz.

Teil 1: Einführung.

Das Abdichten von Bauwerken muss auf Dauer verhindern, dass Wasser, gleich welcher Art und Herkunft einen schädigenden Einfluss auf die Bauteile und Innenräume ausübt. Das kann sein:

• Oberirdisches Niederschlagswasser auf senkrechte Bauteile und waagerechte Flächen
• - und auch als unterirdisches Sickerwasser wirkt.
• Unterirdisches Schichtenwasser.
• Stauwasser.
• Grundwasser.

Folgen von schadhaften Abdichtungen:
• Eindringen von Grundwasser ins Bauwerk.
• Durchfeuchtung der Umschließungsflächen und Wände.
• Nutzungseinschränkungen von Räumen bis zur völligen Unbenutzbarkeit.
• Verringerter Wärmeschutz durchfeuchteter Bauwerke.
• Verringerte Festigkeit mancher Baustoffe in feuchtem oder nassem Zustand.
• Korrosion von Baustoffen/Armierungen bei aggressivem Grundwasser.
(Hier besonders bei wasserundurchlässigem Beton „weiße Wanne“- s.unten.)

Bauschäden durch schadhafte Abdichtungen im Kellerbereich sind oft nur mit hohem finanziellem und technischem Aufwand zu beseitigen. In der Werbung ist oft von „Sperren“ oder „Isolierung“ zu lesen, die hochwirksam sein sollen. Jedoch sind manchmal schon die verwendeten Begriffe definitiv falsch, was ein bezeichnendes Licht auf die Seriosität dieser Anbieter wirft ! Unter Isolierung versteht man nur Maßnahmen in der Elektrotechnik, z.B. Kabel isolieren. Die Begriffsdefinition „Sperre“ ist veraltet und wird von den Baufachleuten schon seit Jahren nicht mehr verwendet.

Wer macht was?
Abdichtungsarbeiten gehören traditionell zum Dachdeckerhandwerk.
Darüber hinaus haben sich Bautenschutzbetriebe herausgebildet, die sich oft als
Spezialisten ausgeben und nur mit ungenügend ausgebildeten Hilfskräften arbeiten.
Eine Meisterprüfung wird hier nicht verlangt . Der Auftraggeber muss deshalb sehr
sorgfältig prüfen, wen er mit Abdichtungsarbeiten beauftragt, besonders wegen hoher Kosten im Schadenfall.

Bezeichnung der Schutzmaßnahmen.
Beim Schutz gegen Wasser wird im allgemeinen der Ausdruck ABDICHTUNG
verwendet. Dieser Begriff wird für die jeweils erforderliche gesamte Abdichtungsmaßnahme eines Bauwerks angewendet.
Abdichtungen sollen Bauwerke oder einzelne Bauteile gegen Eindringen von
Wasser schützen . Abdichtungen müssen gegen das einwirkende Wasser auf
Dauer beständig sein. Sie dürfen bei mechanischen , chemische und thermischen
Beanspruchungen nicht versagen.
Eine gute Planung, Ausführung und Bauüberwachung von Abdichtungsarbeiten am Bauwerk darf nicht unterschätzt werden. Falsche Materialauswahl oder fehlerhafte Ausführung kosten im Sanierungsfall viel Geld.

Im praktischen Anwendungsfall werden in der Abdichtungstechnik zwei Gruppen
unterschieden:

1. Hautabdichtungen
2. Starre Abdichtungen

Für die Planung der Abdichtungsart ist entscheidend:

- Die vorhandene Bodenfeuchte .
- Nicht drückendes Wasser vorhanden ?
- Drückendes Wasser vorhanden ?
- Chemische Parameter des Wassers ?
- Mechanische Beanspruchung ?
Das eingesetzte Abdichtungssystem kann dabei sehr unterschiedlich sein.
Die Auswahl erfolgt je nach Angriffsart der Beanspruchung und Nutzungsklassen.

Eingesetzt werden können:
- Wasserdichte Hautabdichtungen.
- Wasserundurchlässige Bahnenabdichtungen, z.B. Bitumenbahnen,
- Wasserabweisende Baustoffe
- Wasserhemmende Baustoffe
- + Sonderfall Spezialbeton (Weiße Wanne)

Regelwerke und Normen:
Die Abdichtungsnormen befinden sich aktuell im Überarbeitungsstadium.
Deutsche Normen müssen den EG-Normen angepasst werden. Im April 2009
wurde die DIN 18195-2 bereits angepasst. Dabei wurden neue Werkstoffe aufgenommen: Mineralische Dichtschlämmen ; Flüssigkunststoffe;
oder Abdichtungen im Verbund mit Vliesen. Die Teile 4, 5, 6 der DIN 18195,
die sich mit der Ausführung von Abdichtungsarbeiten beschäftigen, werden
momentan dem neuen Teil 2 angepasst. Für diese Teile gilt noch der Stand
aus dem Jahre 2000.

1. Hautabdichtungen:

Die Hautabdichtungen bestehen im Wesentlichen aus bituminösen Stoffen und
hochpolymeren Kunststoffen. Für diese Art der Abdichtungen eines Kellers im Grundwasser wird die Bezeichnung „schwarze Wanne“ verwendet.
Als es noch keine modernen Kunststoffe gab, hat man früher ausschließlich bituminöse Stoffe verwendet.
Heute werden verwendet:
- Bitumen Spachtelmassen
- Asphaltmastixe
- Bitumenbahnen + Bitumenklebemasse
- Bitumen- Deckaufstriche
- Kunststoffdichtungsbahnen
- Rektionsharzbeschichtungen
- Dichtungsbänder aus Metall oder Gummi

2. Starre Abdichtungen:

Als starre Abdichtungen werden folgende Abdichtungsarten bezeichnet:

-Putze oder Estriche aus Zementmörtel.
- Schichten aus Spritzmörtel oder Spritzbeton.
-Bauteile aus Spezialzement (Trass/ Faserbeton/Ferrozement).
-Beschichtungen aus Dichtungsschlämmen.
-Bauteile aus wasserundurchlässigem Beton sind die:
sogenannten „weißen Wannen“ im Gegensatz zur schwarzen Wanne s.o.

Merke: Die „weiße Wanne“ ist eine starre Abdichtung.

Schwarze Wanne, Weiße Wanne:
Von einer schwarzen Wanne spricht man, wenn die abzudichtenden Bauteile
auf allen Seiten eine flächige Hautabdichtung nach DIN 18195 aus Bitumen
oder Kunststoffbahnen an den Außenseiten (Kelleraußenwände) des Gebäudes erhalten.
Die weiße Wanne hat diese Abdichtung nicht. Die weiße Wanne besteht aus
Spezialbeton nach DIN EN 206-1 und DIN 1045-2. Bodenplatte und Außenwände
werden als geschlossene wasserundurchlässige Wanne aus sog. WU-Beton hergestellt. Errichtet wird die weiße Wanne geschosshoch, entweder aus
Ortbeton oder sog. Elementwänden.

Hinweis zur Ausführungssicherheit , weiße Wanne:
Gute Planung , Sachkenntnis, Bauausführung und Bauüberwachung sind für das Vorgehen unerlässlich. Nicht jede Rohbaufirma ist in der Lage eine mängelfreie und tatsächlich dichte weiße Wanne zu erstellen. Es wird empfohlen bei der Bauvergabe nur Firmen mit Erfahrung und entsprechenden Referenzen zu beauftragen.

Teil 2 : Schwachstellen zur Bauschadenverhütung.

Bauschäden an Kellernn durch eindringendes Wasser oder Feuchteeinwirkung
zählen zu den häufigen Schäden, die nur mit hohem technischen
und finanziellen Aufwand zu beseitigen sind.
Schätzungsweise 45% der Ein- bis Dreifamilienhäuser haben Räume zu
Wohnzwecken (Souterrainwohnungen) und/oder Hobbyräume mit regelmäßiger
Nutzung im Keller. Jedermann weiß , dass nasse oder feuchte Keller die zu Wohnzwecken benutzt werden absolut gesundheitsschädigend sind. An derartige Bauwerke sind deshalb hohe Anforderungen an den Feuchteschutz , Wämeschutz und Raumklima zu stellen. Es gilt deshalb schon bei den ersten Planungsschritten zur Schadenvermeidung ein besonderes Augenmerk auf mögliche Schwachstellen zu richten.

Planungsgrundlagen ( Hauptgliederung ).
Zu berücksichtigen ist:
• Ermittlung der Wasserbeanspruchung und des Abdichtungssystems
• Dränagen, Dränagesysteme
• Art und Ausführung der Kelleraußenwand
• Art und Ausführung des Kellerbodens incl. Estriche
• Art und Ausführung der Wärmedämmsysteme (Perimeterdämmung?)
• Vorgesehene Beheizung und Lüftung
usw.

Wir kehren zum Thema zurück und befassen uns hier nur mit den Abdichtungssystemen.

Aus der Bauschadenforschung.
Die repräsentative Bauforschung kommt zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche
Wasserbeanspruchung von Kellerwänden und –böden und die unzulänglichen
Schutzmaßnahmen die häufigste Ursache von umfangreichen Durchfeuchtungsschäden an Kellern sind.
• Schadenverursachend sind mangelhafte Abdichtungen gegen Sickerwasser und Stauwasser (bei bindigen Böden und Hanglage) und nicht funktionierende Dränagen.
• Eine geringere Anzahl hatten unzureichenden Schutz gegen Bodenfeuchtigkeit.
• Massiv waren die Schäden, wenn ohne Baugrundgutachten oder Warnungen Anderer bei hohem (höchster Pegelstand? ) oder stark schwankendem Grundwasserspiegel keine Abdichtungmaßnahmen gegen drückendes Wasser vorgenommen wurden.
• Viele Keller waren völlig nass und nicht mehr gebrauchsfähig!

Trotz der bekannten Gefahr hatten Behörden vereinzelt sogar das Bauen im Einzugsbereich von z.B. Überschwemmungsgebieten oder nahe von sog. „Wettern“
( Entwässerungsgräben in Norddeutschland, „Altes Land“) mit hohem schwankenden
Grundwasserpiegel erlaubt, ohne die Bauherren auf die Probleme hinzuweisen.

Frühzeitige Erkundung der Bodenverhältnisse entscheidend.
Der frühzeitigen Ermittlung der tatsächlichen Boden- und Wasserverhältnisse im Baugrund kommt daher zur Verhinderung von Bauschäden eine entscheidende
Bedeutung zu. Im frühen Planungsstadium ist deshalb zu klären, welche Wasserbeanspruchung der Kellerbauteile zu erwarten ist, besonders natürlich dann, wenn der Keller einer höherwertigen Nutzung zugeführt werden soll

Folgerungen zur Schwachstellenvermeidung.

• Das Abdichtungssytem ist genau auf die vorliegende Beanspruchungsart und
auf die Kellernutzung festzulegen.

• Bei anhaltender Bodenfeuchte und nicht stauendem Sickerwasser sind folgende Abdichtungen geeignet:

a) Senkrechte Flächen/ Kelleraußenwände:
Mehrfacher bituminöser Heiß-oder Kaltaufstrich, zweilagige Spachtel-
massen, Dichtungsschlämme und Sperrputze.

b) Waagerechte Flächen/Kellerboden:
Sperrestriche (z.B. Asphalt) , Dichtungsschlämme mit Schutzestrich
u. einlagige Dichtungsbahnen mit Schutzestrich

• Bei kurzzeitigem stauenden Sickerwasser:
Können für die Unterbodenbeanspruchung geeignete Abdichtungen nur dann ausgewählt werden , wenn auch eine wirksame Dränung
vorgesehen wird - sonst Sperrbetonwannen (weiße Wanne) oder mindestens 2 Lagen Dichtungsbahnen mit Schutzestrich.
• Bei lang anhaltendem ,stauendem Sickerwasser:
min. 2 Lagen Dichtungsbahnen , Vorraussetzung ist eine wirksame Dränung durch die die Beanspruchnung wesentlich gemindert wird. Wenn nicht ,sind die für Grundwasser (drückendes
Wasser )geeigneten Abdichtungen einzusetzen.
• Bei Grundwasserbeanspruchung (drückendes Wasser)
Mindestens 3 Lagen Dichtungsbahnen .
Sonst „Weiße Wanne“ aus Sperrbeton.
• Die Dichtigkeit ist dabei in allen Fällen unabhängig von den Dränmaßnahmen
zu gewährleisten.
• Für chemischen Angriff von Wässern sind besondere Maßnahmen
erforderlich , die hier nicht erörtert werden sollen.

Hinweis:
Für Rektionsharzbeschichtungen liegen dem Verfasser keine langfristigen
Erfahrungen vor. Heißverklebungen sind auf organischen Wärmedämmstoffen Z.B. PUR oder Polystyrol nicht möglich.

Allgemeine Problempunkte bei der Ausführung sind:

1.Mangelhafte Bauüberwachung
2.Oft angelerntes unqualifiziertes Personal ohne Detailkenntnisse.
3.Keine kontrollierte Abnahme der Abdichtung vor den Bodenverfüllarbeiten.

Kritische Schwachstellen:
Durchdringungen von Abdichtungen.
Nachträgliche Abdichtungen an Wanddurchdringungen.
Bauteilöffnungen.
Bauteilübergänge z.B Kellerwand/Fundament/Bodenplatte.
Übergänge zu anderen Baustoffen (z.B. außen liegende Wärmedämmungen)
Ecken und Kehlenausbildung.
Schalölrückstände.
Betonrückstände/Betongrate.
Weiterführende Anschlüsse an z.B. Bauwerkstrennfugen.
Mechanische Beschädigungen bei Bauarbeiten.
Mangelhafte Horizontalsperren , Fundament/Außenwand.
Oberer Randabschluss der senkrechten Flächendichtung.
Häufig: Ausführung bei ungeeigneten Temperaturen.

Kelleraußenwände und Durchfeuchtungsschäden:

Nach externen Berichten von Bausachverständigen und internen Feststellungen der wvd-Bauberatung waren die weitaus häufigsten Durchfeuchtungschäden bei Gebäuden an Kelleraußenwänden festzustellen! Oft traten die Schäden schon kurz nach der Gewährleistungsfrist (5Jahre BGB) auf, häufiger aber nach 6-10 Jahren - oder länger. Eine der wesentlichen Erkenntnisse war die Überschätzung der Langzeitwirksamkeit der Abdichtungsarten und veränderte Einwirkungen der Wasserbeanspruchung im laufe der Nutzungszeit, so wie häufige Verarbeitungsfehler und unkontrollierte Lecks.
Unter praktischen Baubedingungen sehen die Dinge eben manchmal anders
aus als vorausgeplant.

Teil 3: Abdichtung und Wärmedämmschichten an Kelleraußenwänden.

Wesentlich häufiger als früher werden Kellerräume einer anspruchsvolleren Nutzung
zugeführt. Dabei spielt die Wärmeschutzfunktion , Raumluftqualität, Senkung des
Heizenergiebedarfs und natürlich die Verhinderung von Tauwasser im Wandquerschnitt und an der Wandoberfläche neben der Abdichtung eine wichtige Rolle. Um die Anforderungen zu erfüllen werden auch Dämmungen an Kelleraußenwänden eingesetzt .
Auf die Dämmschicht sind dann je nach Beanspruchung die geeigneten Abdichtungsschichten aufzubringen. Aus der Vielzahl von Schäden, die an den ausgeführten Funktionsschichten selbst oder mangelhafter Funktion der Abdichtungschichten festgestellt werden, muss geschlossen werden, das der Planung und Ausführung der Kelleraußenwände nur eine untergeordnete Bedeutung beigemessen wurde/wird.
Während man früher ausschließlich für Keller, die einer erhöhten Nutzung zugeführt
Wurden, nur Innendämmungen einbaute, werden heute auch unter dem Einfluss der
EnEV (Energieeinsparverordnung) zunehmend Kelleraußendämmungen ausgeführt.

Schichtenfolgen und Möglichkeiten bei Außenwärmedämmung
an Kellerwänden.

1. Verbundsystem:
Auf Massivwand - Wärmedämmplatten aus geschlossenporigen Schaumstoffen, z.B. *Polyurethan (PUR) , exdrudierte *Polystyrol-Hartschaumplatten (XPS)
oder *Glasschaumplatten ( CG )usw.,
darauf Trägerschichten und die Abdichtungsbahnen und darauf Schutzbahnen
gegen Erdreich ;als Wärmedämmverbundsystem mit Abdichtung.
* ( Gruppe der organischen Dämmstoffe, CG nicht organisch).

2.Perimeterdämmung:
Merke: Eine Perimeterdämmung ersetzt keine Bauwerksabdichtung !!

Schichtenfolge: Abdichtung direkt auf die Massivwand , davor PUR (teilweise) , XPS, CG- Wärmedämmplatten aufgeklebt . Außen: Schutzbahnen gegen Erdreich.
Diese Ausführung wird als sogennannte PERIMETERDÄMMUNG bezeichnet. Die Perimeterdämmung kann sich auch unterhalb der Bodenplatte eines Gebäudes befinden.
Die Dämmplatten bei einer Perimeterdämmung werden also außerhalb der wasserundurchlässigen Bauwerksbdichtung eingebaut.

Achtung ,Verwechselungsgefahr bei Dämmmaterial!!
Das Dämmmaterial einer zulässigen Perimeterdämmung darf nicht mit den häufig eingesetzten Mauerschutzplatten oder Dränplatten verwechselt werden, auch wenn es ähnlich aussieht! Dieses Material ist nicht für Dämmzwecke zugelassen!!

Belastungen an Außendämmungen im Erdreich.
• Erddruck ( z.B. erhöhte Verkehrslasten)
• Erdfeuchte
• Sickerwasser, Stauwasser, oder drückendes Grundwasser
• Diffusionsvorgänge
• Frost/Tauwechsel im erdnahen Bereich

Problempunkte der Einzelschichten bei Verbundsystem (Dämmung+Abdichtung, s. a.Ziff1.)
(Hier nur eine Auswahl der häufigsten Problempunkte bei Schäden.)
• Häufig Mechanische Beschädigungen der Dichthaut u. Dämmung
während der Bauarbeiten und bei Bodenverfüllungen!
• Undichte Durchdringungen und Anschlüsse an andere Bauteile.
• Wasserhinterläufigkeit hinter Dämmplatten durch Lecks
• Aufsättigung der Dämmschicht über die Zeit mit Kondenswasser oder
eindringendes Wasser, dadurch stetig abgeminderte Dämmeigenschaft
bis zum völligem Versagen der Dämmwirkung. (Nasse Dämmschicht)
• Aufwerfungen u. Blasenbildung der Dichtschicht durch Wasserdampfdruck
• Mangelhafte Bauwerkstrennfugendichtung
• Mangelhafter Verbund Dämmschicht/Abdichtschicht-oder Bahnen.
• Frostschäden im Frosttiefebereich
• Mangelhafte Anschlüsse und Übergänge bei hohen Dämmschichtdicken
• Nachlassende Druckfestigkeit
• Wurzelfestigkeit
• Beständigkeit gegen Verrottung und Tierangriff

Viele sonst auf Massivwänden nach DIN einzetzbare , bewährte und gebräuchliche Dichtschichten, Kleber, Dichtbahnen und Anstriche können auf Kunststoff-
dämmplatten wegen ungünstiger chemischer Reaktionen nicht eingesetzt werden.
Der Anwender sollte deshalb auf geprüfte Gesamtsysteme mit Prüfzeugnissen
einer amtlich anerkannten Prüfanstalt und/oder bauaufsichtlicher Zulassung zurückgreifen, bei denen die Einzelkomponenten genau aufeinander abgestimmt sind.

Langzeiterfahrungen mit Perimeterdämmstoffen.

In Fachkreisen wird die „Langzeitfunktionalität/Wasseraufnahme“ von bestimmten Dämmstoffen für Perimeterdämmungen entgegen den Angaben der Industrie kritisch beobachtet.

XPS- Perimeterdämmplatten sind seit 1980 bauaufsichtlich zugelassen und sind
In DIN 4108-2 (7) für die Anwendung als Perimeterdämmung zugelassen.
Spezielle EPS-Produkte , die durch oberflächige Hydrophobierung wasserabweisend
eingestellt sind, sind erst seit einigen Jahren als Perimeterdämmung bauaufsichtlich zugelassen. Für PUR –Dämmstoffe liegen nur die kürzesten baupraktischen Erfahrungen vor , sie sind erst seit kurzem bauaufsichtlich zugelassen.

Wärmedämmstoffe mit , kapillar saugenden Poren werden unter Feuchtebelastung auf Dauer vollständig durchfeuchtet, sie sind schließlich nass und verlieren so ihre Wärmedämmwirkung vollständig.
Nur Glasschäume ( CG) und XPS scheinen auch bei ständiger Wasserlagerung
durch nur geringe Wasseraufnahme ihre Wärmeleitfähigkeit nicht erheblich zu verändern. Am sichersten scheinen jedoch die Glasschaumplatten unter Langzeitbeobachtung zu sein, deren Wasseraufnahme auch nach -zig Jahren unter
unmittelbarer ständiger Feuchtebelastung keine wesentliche Wasseraufnahme
gezeigt hatten.
*Für CG- Dämmstoffe (Schaumglas) liegen deshalb positive Langzeiterfahrungen vor. Das zeigen vor allem auch Untersuchungen an Flachdächern und Parkdecks,
mit CG- Platten, die schon 20 Jahre und mehr schadlos funktionierten.
Schaumglasplatten sind übrigens seit ca. 50 Jahren am Markt.
*(Lufsky, Bonk, Cziesielski)

Problempunkte der Einzelschichten bei Perimeterdämmung (s. Ziff 2)
• Keine Auftriebssicherheit der Dämmplatten.
• Mechanische Beschädigungen der Dämmplatten und Abdichtung.
• Langzeitbeständigkeit der Dämmplatten ?
• Nicht sichtbare Lecks der Abdichtung.
• Übergang zu Haussockeldämmung.
• Nicht vollflächige Verklebung.
• Keine Schutzspachtelmasse bis Frosttiefe auf Dämmplatten.
• Keine fachgerechte Bodenverfüllung.
• Keine lagenweise Erdverdichtung.
Problempunkte der Dichtschichten sonst wie oben beschrieben.
(Bei Schaumglas sind einige spezifische Maßnahmen nicht erforderlich.)

Zusammenfassend ist zu bedenken :

Besonders bei Wohngebäuden in Hanglagen werden Räume mit erdberührenden
Außenwänden zum Aufenthalt von Menschen benutzt (Hobbyräume, Gästezimmer,
Souterrainwohnungen, gewerblich genutzte Räume)
Dadurch ergeben sich zum einen eine erhöhte Nutzungsfeuchtigkeit von innen und zum anderen wesentlich höhere Anforderungen an die Bauteile hinsichtlich des Wärme-
und Feuchtigkeitschutzes. Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Energieeinsparung
des Heizaufwandes und die Raumluftqualität.
Die Gefahr von Tauwasserbildung auf den Wandinnenseiten ist deshalb zu vermeiden.
Alle massiven Wand-Baumaterialien für Kelleraußenwände (Beton, Mauersteine) werden aus Gründen der Tragfähigkeit mit hoher Druckfestigkeit hergestellt. Das bedeutet jedoch gleichzeitig auch eine rel. hohe Wärmeleitfähigkeit des Wand-Baustoffes.
Bezieht man neben dem Bestreben wasserdichter Wände auch die Vermeidung von Oberflächentauwasser an Kellerwänden , so wie die Gesichtspunkte eines behaglichen Raumklimas und verminderter Wärmeverluste mit ein , so sind die Mindestanforderungen nach DIN 4108 nicht ausreichend und die Forderungen nach EnEV zumindest *bauphysikalisch nur „grenzwertig“ zu erfüllen , wenn das Ganze noch wirtschaftlich sein soll. *(Meinung des Verfassers)
Ein Referenz- U-Wert nach EnEV von z.B. kleiner 0,28 W/m²K für eine Kelleraußenwand erfordert enorme Dämmschichtdicken.

Eine Abminderung auf im Mittel U= 0,38 bis ca. 0,45 W/m² K läge nach Meinung des Verfassers noch gerade im wirtschaftlichen Bereich. Für die Betonbodenplatte dagegen ist ein U-Wert von 0,35-0,45 W/m²K und weit darunter in der Regel leicht und wirtschaftlich zu erreichen ,denn die Bodentemperaturen unter der Kellerbodenplatte werden selbst im tiefsten Winter wohl kaum die 0- Grad Grenze erreichen.
Natürlich kann alles nur funktionieren, wenn die Bauwerksabdichtung
nach den aktuellen anerkannten Regeln der Bautechnik auch einwandfrei eingebaut wurde , langfristig dauerhaft sicher ist (min 30 Jahre u.m.) und somit wasserdicht bleibt.

Wolfgang van Dorsten, Bauphysiker
Sachverständiger für Mängel und Schäden
an Gebäuden u. Gebäudeinstandsetzung.

wvd-Bauberatung
Lettenstraße 13
71131 Jettingen

E-Mail: Wolfgang.van@t-online.de
Homepage: www.wvd-bauberatung.de

erstellt: 26.10.2010
geändert:10.03.2011
veröffentlicht: 11.03.2011

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Altbau: Feuchter Keller nicht immer ein Mangel

Der Käufer eines rund 100 Jahre alten Hauses muss damit rechnen, dass der Keller Feucht ist. Der Verkäufer muss ihn nicht extra darauf hinweisen.

Wer ein 100 Jahre altes Haus kauft, muss damit rechnen, dass der Keller feucht ist. Der Verkäufer muss den Käufer auch nicht extra darauf hinweisen, entschied nach Angaben des Immobilienportals Immowelt.de das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az:: 14 U 11/01).

Im verhandelten Fall stellte der Käufer eines Altbaus erst nach dem Erwerb fest, dass der Keller des Hauses Feuchtigkeitsschäden aufwies. Erbost klagte er gegen den Verkäufer, dem er vorhielt, er habe den Mangel arglistig verschwiegen. Doch das Gericht gab ihm nicht Recht. Denn: Auch wenn ein Verkäufer normalerweise auf solch schwerwiegende Macken hinweisen müsse, so gelte dies in diesem konkreten Fall nicht. Bei einem solchen Uralt-Gebäude ist es normal, dass der Keller feucht ist. Da der Käufer hiermit habe rechnen können, müsse der Verkäufer in solch einem Fall auch nicht explizit auf den feuchten Keller hinweisen. Deshalb liege auch kein Mangel vor, ein Schadensersatz sei ausgeschlossen, urteilten die Richter laut Immwowelt.de.

Pressedienst immowelt.de
vom 13.09.2007

Querverweis:
:: Bauwerksabdichtungen bei richtigbauen.de

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