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Projektreport HEBB

Überlegungen zum Dachgeschossausbau

Vorwort

Wenn man von Dachgeschossausbau spricht, geht es natürlich um das Bauen im Bestand. Würde ich jedem bei der Planung eines Neubaus dazu raten, das Dach massiv ausführen zu lassen, spar ich mir hier von vornherein diesen Rat.

Ich gehe dabei davon aus, dass der Bauherr von heute aufgeklärt genug ist, um Vorstellungen zu den Kostenrelationen zu entwickeln. Die wenigsten werden begeistert sein, wenn ich vorschlagen würde, das vorhandene Dach komplett abzureißen und ein neues massives Dach aufzubauen. Also lass ich es.

Oft spielen die Kosten eine nicht untergeordnete Rolle, so dass viele mit der Überlegung heran gehen, die Dachkonstruktion mitsamt Eindeckung zu belassen und die Arbeiten nur von innen auszuführen.

Unter diesen Voraussetzungen seien die folgenden Überlegungen angestellt. Wir wollen uns auch auf die Größenordnung Einfamilienhaus (EFH) beschränken, weil das für alle genug überschaubar ist.

Im Sprachgebrauch soll Dämmung für Wärmedämmung stehen, eine Abdichtung erfolgt gegen Wasser und Isolierung sei die Ummantelung von Kabeln.

    Bilder: LBS


Wozu werden Dachgeschosse ausgebaut?

Ganz einfach: um relativ preisgünstig zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Das Dach ist ja vorhanden und wenn der Dachraum eine sinnvolle Geometrie hat, darf auch von einem vernünftigen Kosten-Nutzen-Verhältnis ausgegangen werden.

Auch wenn im DG die Wohnfläche i.d.R. nur ca. 2/3 der Nettogrundfläche umfasst, kommt ein ausgebautes DG billiger als ein neu daneben gesetztes Haus.

Ist das eine Erfindung der Neuzeit oder hat man schon immer so gebaut? Ich meine, ja und nein: das ist eine Erscheinung unserer Zeit und früher hat man keine DG ausgebaut. Früher wurden die Dachräume als Speicher genutzt. Da hat es auch keinen groß interessiert, ob die Dachhaut gedämmt ist oder nicht.

Überhaupt hat man sich früher über Dämmung nicht so den Kopf zerbrochen. Das musste man auch nicht, weil das Speichervermögen dafür sorgte, dass diese "schlecht gedämmten" Häuser auch im Winter normal beheizbar waren.

Der Dachraum stellte somit noch eine Pufferzone nach oben für den beheizten Raum dar. Die Pufferwirkung resultiert aus der stehenden Luft, sofern man nicht die Fenster aufreißt oder Löcher im Dach ignoriert.

Das Dach hatte dicht zu sein, also vor Regen und Wetter zu schützen. Und das hat es auch getan, egal ob es mit Ziegeln, Schiefer, Holz oder Reet eingedeckt war. Ich kenne das noch vom Haus meiner Großeltern her.

Es hatte einen großen Dachraum und war mit Ziegeln eingedeckt. Auch eine Dachkammer gab es, mit einem dicken Federbett und einem Schrank. Dort übernachten fand ich in jungen Jahren abenteuerlich. Wobei: im Sommer war es heiß und im Winter bitterkalt - aber so war das nun mal. Die dünnen Lehmwände konnten nur bedingt kompensieren und geheizt wurde da oben nicht.

Der Dachraum wurde als Speicher genutzt, wenngleich mit abnehmender landwirtschaftlicher Betätigung meines Großvaters immer weniger. Saatgut und aufgehängten Zwiebeln macht das nun mal nicht viel aus, wenn es etwas kühler ist.

Es gab auch Zeiten und Regionen - viele dieser schönen Häuser sind gottseidank noch gut erhalten - da gab es die Trennung mehrerer Gebäude nach Funktion nicht. Da gab es ein riesiges Gebäude, unter dessen mächtigem Dach alles untergebracht war: Ställe, Speicher, Wohnbereich.

Der Speicher befand sich im Dachraum, also über ebenerdigem Stall- und Wohnbereich. Das darin gestapelte Heu und Stroh diente als Dämmung, auch wenn sich dahingehend keiner Gedanken gemacht hat. Der Wohnbereich bestand aus einem großen Raum, dem Saal - daher kommt der Begriff Geselle.

Für den sommerlichen Wärmeschutz konnten Heu und Stroh nicht dienen, weil sie bis dahin als Streu und als Futter aufgebraucht wurden. Aber dafür gab es ja die dicke Decke, bestehend aus Holzbalken und gefüllt mit einem Lehm-Stroh-Gemisch. Das gab ein super Temperatur-Amplituden-Verhältnis (TAV), ohne dass die Leute das damals wussten.

Heute ist das Thema sommerlicher Wärmeschutz mehr ins Zentrum des allgemeinen Interesses gerückt - Stichwort: Barackenklima. Wer kennt nicht die super gut gedämmten und trotzdem rettungslos überhitzten Dachgeschosse?

Das ist schon ein interessantes Phänomen, dass die Wärmedämmung nicht die Wärme so dämmt, dass sie uns im Sommer nicht stört. Und das phänomenale ist: die Dämmung, die uns im Sommer nicht vor der Hitze schützt, hilft uns im Winter Heizenergie sparen.

Was sind die gebräuchlichen Methoden?

Ich glaube, die häufigste Methode sieht so aus: Mineralwolle zwischen die Sparren stopfen, Dampfsperre, Gipskartonplatten - fertig. Das bemerkenswerte daran ist, dass die Arbeiten so salopp und leicht aufzuzählen sind, dass jedoch bereits hier ein riesiges Potenzial für Murks und Pfusch liegt.

Auch bitte ich zu beachten, dass ich von der gängigsten Variante rede. Ich sage nicht, dass dies die richtige, optimale, ökologische usw. ist - nur die häufigste.

Weiter hinten wird in einem extra Abschnitt behandelt, was an baurechtlichen Mindestanforderungen zu beachten ist. Insofern darf sich dieses Kapitel mehr mit bauphysikalischen und handwerklichen Aspekten befassen.

Immer wieder werde ich gefragt (Kollegen sicher auch). Was ist denn nun die richtige Dämmung für meinen Dachraum? Am besten ist eine massive Ausführung, aus Kostengründen kommt jedoch leider nur die Leichtbauweise in Frage.

Grundsätzlich ist klar, dass ein gedämmmter Dachraum allemal besser für Wohnzwecke geeignet ist als ein ungedämmter. Wer etwas anderes behauptet, geht sicher auch davon aus, dass man ohne Skianzug genauso wenig friert wie mit.

Wie viel Dämmung benötigen Sie? Nach EnEV wären es 18 cm MiWo WLG 040. Aber ich vertrete die Auffassung, dass eine Berechnung das eine ist - ein gebautes und bewohntes Haus etwas anderes. Wie sonst sind die enormen Abweichungen zwischen berechneten und gemessenen Werten zu erklären?

Nun soll es ja Bauherren geben, die einfach so auf die EnEV mit ihren Mindestanforderungen an den U-Wert pfeifen (hat man mir erzählt). Dazu sage ich Ihnen: Sie haben sich daran zu halten, weil es der Gesetzgeber so will.

Die wesentlichen Passagen aus der Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung - EnEV) vom 16. November 2001 sind im übernächsten Kapitel wiedergegeben.

Aber weil da vieles für den Laien böhmische Dörfer sind, kann ich Ihnen verraten, wie es noch geht: man gehe in den nächsten Baumarkt, greife sich die Broschüren eines Dämmstoffherstellers und suche sich eine für häufige Fälle zugeschnittene Patentlösung heraus.

Wer sich für weniger Dämmung als vorgeschrieben entscheidet, verstößt gegen geltendes Recht. Aber das wird ihm tagtäglich von anderen demonstriert, was wohl das Motiv für großzügigeres Herangehen liefern mag. Wer kontrolliert die Stärke? Antwort: Sie selbst. Was haben Sie an Nachteilen? Antwort: rein rechnerisch höhere Heizkosten, praktisch spielt der Anteil von Massivbaustoffen eine wichtige Rolle.

Aufgrund der Nachteile einer Leichtbauweise müssen Sie aber auf eine präzise Ausführung beim Herstellen der dichten Hülle achten. Warum und wie, wird weiter unten behandelt.

Wenn Sie sich nicht entscheiden können, ob Sie eine hinterlüftete oder eine nicht hinterlüftete Ausführung wählen, rate ich Ihnen zur hinterlüfteten. Der rechnerische Tauwassernachweis ist auch bei nicht hinterlüfteten Konstruktionen (hier geht die Dämmung bis an die - hoffentlich - diffusionsoffene Unterspannbahn heran) kein Problem, aber gerade beim Bau gehen Theorie und Praxis oft unterschiedliche Wege. Aus meiner Erfahrung heraus behaupte ich, dass die hinterlüftete Variante allemal die sicherere ist.

In den meisten Fällen ist von Sparrenstärken von 16 cm auszugehen. Je nach Variante bedeutet das 14 bzw. 16 cm Dämmung. Wem das nicht genug ist - nach EnEV ist das nicht genug - , der gibt noch 4-6 cm dazu. Dazu muss man aufdoppeln, denn für die Beplankung mit Gipskartonplatten benötigt man eine Lattung als Unterkonstruktion. Aber auch hierfür gibt es Standardlösungen.

Eine wichtige Komponente ist die ausreichende Belichtung. Dunkelheit macht krank, der Mensch mag es hell und er braucht das Licht. Ich mag mir an dieser Stelle Ausführungen zu Dachfenstern sparen.

Nehmen Sie sich ganz einfach ein Prospektchen eines Dachfensterherstellers her, da steht alles drin. Dann vergleichen Sie die Wunderwelt der phantastischen Möglichkeiten mit Ihren finanziellen Möglichkeiten. Am Ende werden oft 4 Fenster eingebaut.

Dies ist übrigens ein hoch interessantes Detail, wo man viel falsch machen kann. Ggf. ist ein Wechsel einzubauen, es sind Ziegel bzw. Dachsteine zuzuschneiden und anzuarbeiten, Unterspannbahn und Dampfsperre sind richtig anzuschließen. Dann kann man sich noch mit dem Herstellen bzw. Einsetzen der Leibungen abquälen.

Hierfür gibt es übrigens Details, die man sich z.B. im dfx- oder dwg-Format aus dem Internet holen kann. Übrigens: Baufehler im Dachgeschossausbau konkurrieren hinsichtlich Häufigkeit mit nassen Kellern. Das muss Ursachen haben.

Welche Gewerke sind beteiligt?

Egal, ob Sie als beauftragender Bauherr auftreten oder als Selbstmacher herangehen, Klarheit über den Umfang aller erforderlichen Arbeiten sollte vor Beginn bestehen. Dann staunt man hinterher nicht so sehr, wo das viele Geld geblieben ist (mit dem man zu Beginn nicht gerechnet hat).

Der pfiffige Bauherr nimmt sich einen Planer unter Vertrag (HOAI-Verträge sind Werkverträge) und hat dann auch jemanden für die Haftung. Und wer spart, muss sich nur eben vornehmen, sich über die Folgen von Murks und Pfusch nicht zu ärgern.

Im folgenden sind die Gewerke aufgelistet, die man im Normalfall einplanen sollte:

  • Dachdecker (Dachflächenfenster, Ziegel zuschneiden, ggf. neuer Dachausstieg)
  • Trockenbau (Dachschräge, Fußboden, Wärmedämmung, Dampfsperre)
  • Maler- (und Tapezier-) arbeiten
  • Tischler (eine ordnungsgemäße Treppe, vielleicht den Fußboden)
  • Bodenleger (je nach Gusto)
  • Elektro (zusätzliche Stromkreise für Steckdosen und Leuchten, Telefonleitung nach oben führen)
  • Heizung (Erweiterung der Anlage mit Rohren und Heizkörpern - wenn es die Kapazität des vorhandenen Kessels zulässt bzw. eine Alternative)

Was sonst noch dazu kommen kann:

  • Maurer (wenn neue bzw. größere Fenster in die Giebelwände kommen)
  • Putzer (wenn einem die ungeputzten Giebelwände nicht gefallen)
  • Lüftungsbau (wenn Rohre verlegt werden müssen, bei einem fensterlosen Bad)
  • Sanitär (je nach geplanter Nutzung und Ausstattung; Küche, Bad, WC?)
  • Fliesen (wenn Küche oder Bad vorgesehen ist)
  • Metallbau (z.B. für Terrassengeländer, ggf. Außentreppe für Einliegerwohnung)
  • Zimmerer (wenn in der Holzbalkendecke eine Treppenöffnung hergestellt werden muss)

Was sind die baurechtlichen Randbedingungen?

Dazu sei gestattet, dass ich mich beispielhaft auf Berlin und Brandenburg beschränke. Die Vorgaben in den Bauordnungen (BauO) der anderen Bundesländer sind so abweichend nicht. Meist sind es marginale Grenzwerte und in der Regel andere §§. In Klammern steht das Brandenburger Äquivalent.

Es ist lediglich dem föderalen Gedanken geschuldet, dass wir 16 verschiedene BauO in Deutschland haben, ein konkreter Sinn und Nutzen lässt sich daraus nicht ableiten. Das hat man bereits erkannt und es wird schon seit längerem an der Musterbauordnung gewerkelt.

Zunächst sei festgestellt, dass sich an den äußeren Abmessungen des Hauses nichts ändert. Dennoch sind Anforderungen zu beachten: Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz, Gesundheitsschutz.

Lassen Sie uns einige wichtige Auszüge aus der Berliner Bauordnung ansehen, viele erklären sich von selbst. Wenn Sie Fragen dazu haben, schreiben Sie sie ins BauherrenForum bei DIMaGB.de.

§ 2 Begriffe (BbgBO §2 Begriffe)

(4) Vollgeschosse sind Geschosse, deren Deckenoberkante im Mittel mehr als 1,40 m über die festgelegte Geländeoberfläche hinausragt und die über mindestens zwei Drittel ihrer Grundfläche eine lichte Höhe von mindestens 2,30 m haben. Ein gegenüber den Außenwänden des Gebäudes zurückgesetztes oberstes Geschoss (Staffelgeschoss) und Geschosse im Dachraum sind nur dann Vollgeschosse, wenn sie die lichte Höhe gemäß Satz 1 über mindestens zwei Drittel der Grundfläche des darunter liegenden Geschosses haben.

(5) Aufenthaltsräume sind Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind.

Zum Begriff "Aufenthaltsräume" verweise ich auf meine Ausführungen a.a.O.

§ 6 Abstandflächen (BbgBO § 6 Abstandsflächen)

(4) Die Tiefe der Abstandfläche bemisst sich nach der Wandhöhe; sie wird senkrecht zur Wand gemessen. Als Wandhöhe gilt das Maß von der mittleren Geländeoberfläche vor der Wand bis zur Schnittlinie der Außenfläche der Wand mit der Dachhaut oder bis zum oberen Abschluss der Wand. Bei Gebäuden mit in der Höhe gestaffelten Wänden ist die Wandhöhe für den jeweiligen Wandabschnitt entsprechend zu ermitteln.

Als Wand gelten

  1. Dächer und Dachteile mit einer Neigung von mehr als 70 Grad sowie davon zu beiden Seiten begrenzte Giebelflächen
  2. Dachaufbauten, die je Dachfläche zusammengerechnet in ihrer größten Breite die Hälfte der Breite der darunter liegenden Außenwand überschreiten, und
  3. Dachaufbauten, die nicht mindestens 50 cm hinter die Außenwand zurückspringen.

Die Höhe anderer Giebelflächen oder Dachaufbauten sowie von Dächern und Dachteilen mit einer Neigung von über 45 Grad bis 70 Grad ist der Wandhöhe zu einem Drittel hinzuzurechnen; hiervon ausgenommen sind Dachaufbauten, deren größte Breite je Dachfläche zusammengerechnet ein Viertel der Breite der darunter liegenden Außenwand nicht überschreitet. Das sich ergebende Maß ist H.

(7) Vor die Außenwand vortretende Bauteile wie Gesimse, Dachvorsprünge, Blumenfenster, Hauseingangstreppen und deren Überdachungen sowie Vorbauten wie Erker, Balkone und Wintergärten bleiben bei der Bemessung der Abstandflächen außer Betracht. Von den Nachbargrenzen müssen vortretende Bauteile mindestens 2 m und Vorbauten mindestens 3 m entfernt sein. ...

§ 25 Trennwände (BbgBO § 31 Trennwände, § 32 Brandwände)

(1) In Gebäuden mit mehr als drei Vollgeschossen sind Trennwände zwischen Wohnungen sowie zwischen Wohnungen und fremden Räumen feuerbeständig herzustellen. Die Trennwände sind bis unter die Dachhaut oder bis zu einer feuerbeständigen Decke, bei ausgebauten Dachräumen bis zum oberen Raumabschluss, zu führen. Öffnungen sind zulässig, wenn sie wegen der Nutzung des Gebäudes erforderlich sind. Sie sind mit mindestens feuerhemmenden, selbst schließenden Abschlüssen zu versehen; Ausnahmen können gestattet werden, wenn der Brandschutz auf andere Weise sichergestellt ist. Leitungen dürfen durch diese Wände nur hindurchgeführt werden, wenn eine Übertragung von Feuer und Rauch nicht zu befürchten ist oder Vorkehrungen hiergegen getroffen werden.

(5) Die Brandwand ist bei Gebäuden bis zu drei Vollgeschossen mindestens bis unmittelbar unter die Dachhaut und bei Gebäuden mit mehr als drei Vollgeschossen entweder mindestens 30 cm über Dach zu führen oder in Höhe der Dachhaut mit einer beiderseitig 50 cm auskragenden feuerbeständigen Stahlbetonplatte abzuschließen; darüber dürfen brennbare Teile des Daches nicht weggeführt werden. Bei Gebäuden mit weicher Bedachung (§ 28 Abs. 4) ist die Brandwand 50 cm über Dach zu führen.

§ 28 Dächer (BbgBO §34 Dächer)

(1) Die Dachhaut muss gegen Flugfeuer und strahlende Wärme widerstandsfähig sein (harte Bedachung). Teilflächen, die diesen Anforderungen nicht genügen, können gestattet werden, wenn Bedenken wegen des Brandschutzes nicht bestehen.

(2) Bei aneinander gebauten giebelständigen Gebäuden sind die Dächer für eine Brandbeanspruchung von innen nach außen mindestens feuerhemmend auszubilden; ihre Unterstützungen müssen mindestens feuerhemmend sein. Öffnungen in den Dachflächen müssen, waagerecht gemessen, mindestens 2 m von der Gebäudetrennwand entfernt sein.

(3) An Dächer und Dachkonstruktionen, die Aufenthaltsräume abschließen, können wegen des Brandschutzes besondere Anforderungen gestellt werden.

(5) Dachvorsprünge, Dachgesimse und Dachaufbauten sowie Glasdächer und Oberlichte sind so anzuordnen und herzustellen, dass Feuer nicht auf andere Gebäude, Gebäudeteile oder Nachbargrundstücke übertragen werden kann. Von Brandwänden oder von Wänden, die anstelle von Brandwänden zulässig sind, müssen mindestens 1,25 m entfernt sein

  1. Oberlichte und Öffnungen in der Dachhaut, wenn diese Wände nicht mindestens 30 cm über Dach geführt sind,
  2. Dachgauben und ähnliche Dachaufbauten aus brennbaren Baustoffen, wenn sie nicht durch diese Wände gegen Brandübertragung geschützt sind.

(6) Dächer, die zum auch nur zeitweiligen Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, müssen umwehrt werden. 2Öffnungen und nichtbegehbare Glasflächen dieser Dächer sind gegen Betreten zu sichern.

(7) Die Dächer von Anbauten, die an Wände mit Fenstern anschließen, sind in einem Abstand von 5 m von diesen Wänden mindestens so widerstandsfähig gegen Feuer herzustellen, wie die Decken des anschließenden Gebäudes.

(8) Bei Dächern an Verkehrsflächen und über Eingängen können Vorrichtungen zum Schutz gegen das Herabfallen von Schnee und Eis verlangt werden.

(9) Für die vom Dach aus vorzunehmenden Arbeiten sind sicher benutzbare Vorrichtungen anzubringen.

(10) Der Dachraum muss vom Treppenraum aus zugänglich sein; dies gilt nicht für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen.

§ 31 Treppen (BbgBO § 35 Treppen)

(1) Bei Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohnungen müssen die Wohnungen im untersten Vollgeschoss stufenlos erreichbar sein. Jedes nicht zu ebener Erde liegende Geschoss und der benutzbare Dachraum eines Gebäudes müssen über mindestens eine Treppe zugänglich sein (notwendige Treppe); weitere Treppen können gefordert werden, wenn die Rettung von Menschen im Brandfall nicht auf andere Weise möglich ist. Statt notwendiger Treppen können Rampen mit flacher

Neigung gestattet werden.

(2) Einschiebbare Treppen und Rolltreppen sind als notwendige Treppen unzulässig. Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen sind einschiebbare Treppen und Leitern als Zugang zu einem Dachraum ohne Aufenthaltsräume zulässig; sie können als Zugang zu sonstigen Räumen, die keine Aufenthaltsräume sind, gestattet werden, wenn wegen des Brandschutzes Bedenken nicht bestehen.

(3) In Gebäuden mit mehr als zwei Wohnungen sind die notwendigen Treppen in einem Zuge zu allen angeschlossenen Geschossen zu führen; sie müssen mit den Treppen zum Dachraum unmittelbar verbunden sein.

§ 35 Fenster, Türen, Kellerlichtschächte (BbgBO § 38, ebenso)

(4) Öffnungen in Fenstern, die als Rettungswege dienen, müssen im Lichten mindestens 0,90 m x 1,20 m groß und nicht höher als 1,20 m über der Fußbodenoberkante angeordnet sein.

Liegen diese Öffnungen in Dachschrägen oder Dachaufbauten, so darf ihre Unterkante oder ein davor liegender Austritt von der Traufkante nur so weit entfernt sein, dass Personen sich bemerkbar machen und von der Feuerwehr gerettet werden können.

§ 46 Aufenthaltsräume und Wohnungen in ... Dachräumen

(BbgBO § 48 Aufenthaltsräume, § 49 Wohnungen)

(4) Aufenthaltsräume im Dachraum müssen eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,30 m über mindestens die Hälfte ihrer Grundfläche haben; Raumteile mit einer lichten Höhe bis 1,50 m bleiben außer Betracht.

(5) Aufenthaltsräume und Wohnungen im Dachraum müssen einschließlich ihrer Zugänge mit mindestens feuerhemmenden Wänden und Decken gegen den nicht ausgebauten Dachraum abgeschlossen sein; dies gilt nicht für freistehende Wohngebäude mit nur einer Wohnung.

(6) Die Anforderungen nach Absatz 5 gelten auch für Sport-, Spiel- und Bastelräume in Zusammenhang mit Wohnnutzung. 2Sie müssen darüber hinaus einen zweiten gesicherten Rettungsweg im Sinne des § 15 Abs. 4 haben.

§ 56 Genehmigungsfreie Vorhaben (BbgBO § 67 Genehmigungsfreie Vorhaben)

(1) Die Errichtung, Herstellung oder Änderung folgender baulicher Anlagen, anderer Anlagen und Einrichtungen bedarf keiner Baugenehmigung:

10. Tragende und nicht tragende Bauteile

  1. die geringfügige und die Standsicherheit nicht berührende Änderung tragender oder aussteifender Bauteile innerhalb von Gebäuden,
  2. nicht tragende Wände in bestehenden Gebäuden,
  3. Fenster und Türen sowie deren Öffnungen in Außenwänden bestehender Wohngebäude,
  4. Anstriche, Verputz oder Dämmputz baulicher Anlagen,
  5. Dächer von bestehenden Wohngebäuden einschließlich der Dachkonstruktion ohne Änderung der bisherigen äußeren Abmessungen.

Doch frohlocket nicht zu früh. Wir leben in Deutschland und das ist berühmt für seine Unmengen Gesetze, Verordnungen, Vorschriften, Ordnungen usw. usf. Alle relevanten aufzuführen, halte ich nicht für sinnvoll, alle aufzuführen für unmöglich.

So gibt es z.B. die Bekanntmachung vom 02.11.1990 (ABl. 2220) "Ausbau von Dachräumen zu Wohnzwecken". Insbesondere das Thema Brandschutz ist zu beachten.

In der vg. Bekanntmachung wird Holzbalkendecken in Altbauten mit Stakung und Schüttung sowie mit unterer Bekleidung aus Putz auf Putzträgern nach DIN 4102 Bl. 2 (Ausgabe November 1940) die Einordnung "feuerhemmend" attestiert. Nach DIN 4102 Teil 4 (Ausgabe März 1981) sind Bauteile aus Holz nach Abschnitt 5.5 für mind. 30 Minuten widerstandsfähig.

Aufgrund der üblichen Dimensionierung der tragenden Teile von hölzernen Dachkonstruktionen kann in den meisten Fällen davon ausgegangen werden, dass diese beim Ausbau von Dachräumen nicht zusätzlich gegen Brandeinwirkung geschützt zu werden brauchen.

Jedoch gilt das schon nicht mehr, auch wenn es in der 5. Auflage der kommentierten BauO Bln von 1999 noch aufgeführt ist. Dazu muss man wissen, was in den Entscheidungshilfen der Berliner Bauaufsicht steht:

40.2 Ausbau von Dachräumen zu Wohnzwecken

Die Bekanntmachung "Ausbau von Dachräumen zu Wohnzwecken" vom 02.11.1990 (ABl. S. 2220) ist nach 10-jähriger Geltungsdauer außer Kraft getreten.

Eine erneute Folgeregelung kommt derzeit nicht in Betracht. Zum einen hat sich der Wohnungsmarkt entspannt und die damaligen politischen Zielsetzungen haben sich gewandelt, zum anderen ist SenStadt nicht mehr Widerspruchsbehörde für Versagungen von Dachraumausbauten und Fachaufsicht.

Die mit der Bekanntmachung in inhaltlich engem Zusammenhang stehende frühere Regelung zur Erweiterung bestehender bestandsgeschützter nicht anleiterbarer Wohnungen in den Dachraum hinein (siehe hierzu die "40 m²-Regel", TOP 17.2 der 17. Amtsleitersitzung vom 30.08.1994) ist nicht mehr anzuwenden.

Bei der Erweiterung solcher Wohnungen in den Dachraum hinein zu Maisonette-Wohnungen ist neben dem für jede Ebene geforderten ersten Rettungsweg jetzt auch ein zweiter Rettungsweg vorzusehen.

Gegen die Herstellung einer Spindel- bzw. Schiffstreppe als Teil eines Zweiten Rettungsweges bestehen unter den in TOP 17.2 der 17. Amtsleitersitzung vom 30.08.1994 (Punkt 2.1 bis 2.10) genannten Voraussetzungen keine Bedenken.

Aber das soll nun wirklich genügen. Zum einen möchte ich eine Betätigung als Hobby-Jurist vermeiden und außerdem kommt es immer auf den Einzelfall an und dessen Bewertung durch die Bauaufsicht. Noch dazu gilt: andere (Bundes-) Länder, andere Sitten.

Jedoch soll auch nicht der Eindruck entstehen, ich wolle Sie ängstigen: beim freistehenden Einfamilienhaus ist alles viel einfacher. Auch ist hier eher kaum eine Überschreitung des Maßes der baulichen Nutzung zu erwarten (GRZ, GFZ).

Beachten Sie: Die Genehmigungsfreiheit entbindet nicht von der Verpflichtung, die durch öffentlich-rechtliche Vorschriften an bauliche Anlagen und andere Anlagen und Einrichtungen gestellten Anforderungen einzuhalten, insbesondere auch die in örtlichen Bauvorschriften, einem Bebauungsplan nach § 30 Abs. 1 bis 3 oder einer Satzung nach § 34 Abs. 4 des Baugesetzbuches getroffenen Festsetzungen zu beachten.

Der Bauherr ist verpflichtet, die erforderlichen Zulassungen von Abweichungen von bauordnungsrechtlichen Vorschriften, von Ausnahmen oder Befreiungen nach § 31 des Baugesetzbuches (§ 72 Abs. 3) und die nach anderen öffentlich-rechtlichen Vorschriften erforderlichen behördlichen Entscheidungen, wie Genehmigungen, Zulassungen, Erlaubnisse, Bewilligungen oder Zustimmungen vor Durchführung des Vorhabens einzuholen.

Seit dem 01.02.2002 gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV). Was u.a. auch für den Dachgeschossausbau zutrifft, ist im folgenden aufgeführt.

§ 8 Änderung von Gebäuden

  1. Soweit bei beheizten Räumen in Gebäuden nach § 1 Abs. 1 Änderungen gemäß Anhang 3 Nr. 1 bis 5 durchgeführt werden, dürfen die in Anhang 3 Tabelle 1 festgelegten Wärmedurchgangskoeffizienten der betroffenen Außenbauteile nicht überschritten werden.

  2. Dies gilt nicht für Änderungen, die
    1. bei Außenwänden, außen liegenden Fenstern, Fenstertüren und Dachflächenfenstern weniger als 20 vom Hundert der Bauteilflächen gleicher Orientierung im Sinne von Anhang 1 Tabelle 2 Zeile 4 Spalte 3 oder
    2. bei anderen Außenbauteilen weniger als 20 vom Hundert der jeweiligen Bauteilfläche betreffen.

  3. Absatz 1 Satz 1 gilt als erfüllt, wenn das geänderte Gebäude insgesamt den jeweiligen Höchstwert nach Anhang 1 Tabelle 1 oder Anhang 2 Tabelle 1 um nicht mehr als 40 vom Hundert überschreitet.

(3) Bei der Erweiterung des beheizten Gebäudevolumens um zusammenhängend mindestens 30 Kubikmeter sind für den neuen Gebäudeteil die jeweiligen Vorschriften für zu errichtende Gebäude einzuhalten. Ein Energiebedarfsausweis ist nur unter den Voraussetzungen des § 13 Abs. 2 auszustellen.

Anhang 3

Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen bestehender Gebäude (zu § 8 Abs. 1) und bei Errichtung von Gebäuden mit geringem Volumen (§ 7)

1. Außenwände

Soweit bei beheizten Räumen Außenwände
a) ersetzt, erstmalig eingebaut oder in der Weise erneuert werden, dass
b) Bekleidungen in Form von Platten oder plattenartigen Bauteilen oder Verschalungen sowie Mauerwerks-Vorsatzschalen angebracht werden,
c) auf der Innenseite Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht werden,
d) Dämmschichten eingebaut werden,
e) bei einer bestehenden Wand mit einem Wärmedurchgangskoeffizienten größer 0,9 W/(m².K) der Außenputz erneuert wird oder neue Ausfachungen in Fachwerkwände eingesetzt werden,

sind die jeweiligen Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten nach Tabelle 1 Zeile 1 einzuhalten. Bei einer Kerndämmung von mehrschaligem Mauerwerk gemäß Buchstabe d gilt die Anforderung als erfüllt, wenn der bestehende Hohlraum zwischen den Schalen vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt wird.

2. Fenster, Fenstertüren und Dachflächenfenster

Soweit bei beheizten Räumen außen liegende Fenster, Fenstertüren oder Dachflächenfenster in der Weise erneuert werden, dass
a) das gesamte Bauteil ersetzt oder erstmalig eingebaut wird,
b) zusätzliche Vor- oder Innenfenster eingebaut werden oder
c) die Verglasung ersetzt wird,

sind die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 2 einzuhalten. Satz 1 gilt nicht für Schaufenster und Türanlagen aus Glas. Bei Maßnahmen gemäß Buchstabe c gilt Satz 1 nicht, wenn der vorhandene Rahmen zur Aufnahme der vorgeschriebenen Verglasung ungeeignet ist. Werden Maßnahmen nach Buchstabe c an Kasten- oder Verbundfenstern durchgeführt, so gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn eine Glastafel mit einer infrarot-reflektierenden Beschichtung mit einer Emissivität
e< 0,20 eingebaut wird. Werden bei Maßnahmen nach Satz 1

  1. Schallschutzverglasungen mit einem bewerteten Schalldämmmaß der Verglasung von Rw,R = 40 dB nach DIN EN ISO 717-1 : 1997-01 oder einer vergleichbaren Anforderung oder

  2. Isolierglas-Sonderaufbauten zur Durchschusshemmung, Durchbruchhemmung oder Sprengwirkungshemmung nach den Regeln der Technik oder

  3. Isolierglas-Sonderaufbauten als Brandschutzglas mit einer Einzelelementdicke von mindestens 18 mm nach DIN 4102-13 : 1990-05 oder einer vergleichbaren Anforderung verwendet,

  4. sind abweichend von Satz 1 die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 3 einzuhalten.

3. Außentüren

Bei der Erneuerung von Außentüren dürfen nur Außentüren eingebaut werden, deren Türfläche einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 2,9 W/m²× K nicht überschreitet. Nr. 2 Satz 2 bleibt unberührt.

Decken, Dächer und Dachschrägen

4.1 Steildächer

Soweit bei Steildächern Decken unter nicht ausgebauten Dachräumen sowie Decken und Wände (einschließlich Dachschrägen), die beheizte Räume nach oben gegen die Außenluft abgrenzen,
a) ersetzt, erstmalig eingebaut oder in der Weise erneuert werden, dass
b) die Dachhaut bzw. außenseitige Bekleidungen oder Verschalungen ersetzt oder neu aufgebaut werden,
c) innenseitige Bekleidungen oder Verschalungen aufgebracht oder erneuert werden,
d) Dämmschichten eingebaut werden,
e) zusätzliche Bekleidungen oder Dämmschichten an Wänden zum unbeheizten Dachraum eingebaut werden,

sind für die betroffenen Bauteile die Anforderungen nach Tabelle 1 Zeile 4 a einzuhalten. Wird bei Maßnahmen nach Buchstabe b oder d der Wärmeschutz als Zwischensparrendämmung ausgeführt und ist die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen Bekleidung und der Sparrenhöhe begrenzt, so gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach den Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke eingebaut wird.

7. Anforderungen

Tabelle 1

Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei erstmaligem Einbau, Ersatz und Erneuerung von Bauteilen

1) Wärmedurchgangskoeffizient des Bauteils unter Berücksichtigung der neuen und der vorhandenen Bauteilschichten; für die Berechnung opaker Bauteile ist DIN EN ISO 6946 : 1996-11 zu verwenden.
2) Wärmedurchgangskoeffizient des Fensters; er ist technischen Produkt-Spezifikationen zu entnehmen oder nach DIN EN ISO 10077-1 : 2000-11 zu ermitteln.
3) Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung; er ist technischen Produkt-Spezifikationen zu entnehmen oder nach DIN EN 673 : 2001-1 zu ermitteln.
4) Wärmedurchgangskoeffizient der Vorhangfassade; er ist nach anerkannten Regeln der Technik zu ermitteln.

Warum wird so viel Wind um die Dichtigkeit gemacht?

Das liegt im konstruktiven Aufbau begründet. Man mag von der EnEV und den darin aufgemachten Forderungen zur Luftdichtigkeit von Gebäuden halten, was man will - im Dachgeschossausbau ist es tatsächlich unerhört wichtig, eine dichte Hülle herzustellen.

Diese dichte Hülle stellt man mittels der Dampfsperre her. Die Dampfssperre ist nicht irgendeine Folie, die man über die Dämmung spannt. Erstens gibt es einen Unterschied zwischen Dampfsperre und Dampfbremse und zweitens ist noch lange nicht jede Folie als Dampfsperre geeignet.

Mit etwas Überlappung und Antackern ist es aber nicht getan. Jede noch so kleine Ritze hat den Effekt, dass warme und feuchte Luft (+20 °C, rel. Raumluftfeuchte 50-70%) in den Bereich der Dämmung kommt.

Dort sinkt die Temperaturkurve, weil sie ja außen beim Wert der Außentemperatur angelangen muss. Irgendwo ist der Taupunkt erreicht, wo die Luft anfängt zu kondensieren. Das heißt, die warme feuchte Luft von innen gelangt in den Außenbereich, kühlt sich da ab und gibt das in ihr gebundene Wasser ab.

Das nennt man Kondensation bzw. Tauwasserbildung, das Wasser geht aus dem gasförmigen Zustand (Wasserdampf) in den flüssigen Aggregatzustand (flüssiges Wasser) über. Gibt sie das Wasser im Dachaufbau im Bereich der Dämmung ab, saugt diese das Wasser auf.

Stellen Sie sich einen Badeschwamm vor, der voller Wasser ist - dass der nicht dämmt, können Sie sich vorstellen. Genauso ist das mit der Mineralwolle, wobei sich dieser Effekt sozusagen hochschaukelt: mehr Feuchte bedeutet geringeres Dämmvermögen, das bedeutet geringere Temperatur bzw. steileren Abfall der Temperaturkurve bereits weiter innen, somit stärkere Kondensation usw.

Wenig falsch machen können Sie, wenn Sie ein Folienmaterial nehmen, welches vom Hersteller bereits explizit als Dampfsperre bezeichnet wird, dessen Eignung und Qualität zertifiziert ist und für dessen Verarbeitung eine vernünftige Verarbeitungsanleitung beiliegt.

Eine ausreichende Überlappung wird eventuell jeder hinbekommen und auch ordentlich das Klebeband über die Naht bringen. Aber wie so oft steckt der Teufel im Detail.

Jede Durchdringung - meist durch Rohre, aber auch durch Masten (Antenne) o.a. - dieser Fläche, jeder Anschluss an aufgehende Bauwerksteile ist mit besonderer Akribie auszuführen.

Mit folgenden Anschlüssen haben Sie i.d.R. stets zu rechnen:

  • Rohrdurchführung des Dunstrohres (Entlüftungsrohr des Abwasserrohres)
  • der über das Dach geführte Schornstein
  • der Anschluss an die Giebelwände
  • Dachflächenfenster

Nehmen Sie am besten alukaschiertes Klebeband. Ob es ewig hält weiß ich nicht, weil es das noch nicht ewig gibt. Auf jeden Fall ist es besser geeignet als Paketband, wenngleich etwas teurer.

Für Durchdringungen gibt es bereits vorgefertigte Teile, bei Anschlüssen an aufsteigende Wände ist auf ebenen Untergrund zu achten. Insofern ist es sinnvoll, den Putz die paar cm höher zu ziehen, damit eine geeignet glatte Unterfläche vorhanden ist.

Handwerkliches Geschick ist gefragt, wenn man an durchlaufende Hölzer anschließt. Da muss man auf geeigneten Kleber zurückgreifen, um die Unebenheiten aus der Struktur der Holzfasern auszugleichen.

Also, nehmen Sie es ernst - Schlendrian rächt sich in Form von zunächst Schwarzschimmel und Tropfwasser. Apropos Wind (so fing dieser Absatz in der Überschrift an): unter bestimmten örtlichen Gegebenheiten ist auch an die Winddichtigkeit zu denken.

Matthias G. Bumann, Dipl.-Ing.
Mitglied der Baukammer Berlin
verfasst im September 2002

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Technische Erläuterungen zum Thema Dachgeschossausbau

Es sind immer wieder dieselben Dinge, die von Selbermachern (DIY = do it yourself = mach es selbst, auf neudeutsch) abgefragt werden. Die werden auch immer wieder im BauherrenForum behandelt. Noch dazu gibt es diese spezielle Seite im Infobereich zum DG-Ausbau. Außerdem kann man sich die bauphysikalischen Grundlagen ohne Sonderstudium aneignen:
:: richtigbauen.de

Nun zu den häufigsten Fragen. Vorab: Unterscheiden Sie bitte zwischen Abdichtung und Wärmedämmung, Isolierung ist als Begriff ungeeignet. Zu den verwendeten Begriffen sollen weiterhin Dampfsperre (innen) und Unterspannnbahn (aussen) gehören. Grundsätzlich gibt jeder Hersteller eine Verarbeitungsanleitung mit. Die sollten Sie einhalten. Ausserdem erhalten sie übers Internet unheimlich viele Informationen, dazu benutzen Sie bitte meine gut sortierten

Im folgenden behandeln wir die 3 bautechnischen Schwerpunktthemen. Ich greife hierbei auf Fragen im BauherrenForum zurück und natürlich auch auf die gegebenen Antworten.

dga01.gif (28608 bytes) Prinzipdarstellung
des ausgebauten Daches
Hier:
Zwischensparrendämmung

Legende:

(Z) - Ziegeleindeckung
(L) - Lattung und Konterlattung
(U) - Unterspannbahn
(D) - Dämmung
(F) - Dampfsperre (Folie)
(B) - Beplankung, z.B. Gipskarton
(Sp) - Sparren, 18 - 24 cm


Unterspannbahn

- soll diffusionsoffen sein
- soll wasserdicht sein
- Wasser von außen nach innen: nein
- Wasserdampf von innen nach außen: ja
- Regenwasser und Treibschnee abhalten
- somit eine zusätzliche Sicherung
- außenseitig eingebaut
- nur Überlappung erforderlich
- Vorsicht beim Eindecken (Durchtreten)

Wenn das Ziegeldach dicht ist und auch kein Treibschnee reinkommt, können Sie getrost auf die Unterspannbahn verzichten. Hat man eine, sollte sie im First offen sein, dafür gibt es Regeldetails. Es gibt verschiedene Hersteller und Materialien (Folie, Gitterfolie, Papier) respektive Qualitäten.

Wenn das Ziegeldach nicht 100% dicht ist, man aber eine Neueindeckung - z.B. aus finanziellen Gründen - vermeiden möchte, besteht die Möglichkeit des Einbaus der Unterspannbahn von innen.

dga02.gif (25267 bytes)Natürlich wird es nicht möglich sein, die Fläche über den Sparren vollständig abzudecken. Jedoch gelingt ein Schutz des Dachaufbaus gegen Wasser von außen schon.

Bauanleitung: Auch dafür gibt es ein Regeldetail. Man schneidet Streifen in Sparrenbreite + 2x Rand. Dann wird die Unterspannbahn von innen zwischen den Sparren montiert, also kurz unter der Lattung entlang der Sparrenoberkante nageln (o. tackern).

 Wichtig: etwas durchhängen lassen, so dass sich eine Rinne bildet. Und bitte auf das Traufdetail achten, dass nicht Wasser ins Gebäude geleitet wird.

Das war´ s.  Man muss natürlich dran denken, dass das Wasser unten sicher abgeleitet wird. Ansonsten baut man sich eine Problemverlagerung mit konzentriertem Eintrag ein.

Das Regeldetail oben ist mit Hinterlüftung dargestellt, das bedeutet einen 2-cm-Luftspalt zwischen Wärmedämmung und Unterspannbahn. In dem Fall muss der First "offen" ausgebildet werden.

Wärmegedämmte Dächer können auch ohne Lüftung zwischen der Wärmedämmung und einer diffusionsoffenen Schicht ausgeführt werden - Voraussetzung: Dampfsperre mit s d,i > 100 m. Mein Rat dazu: wer vermag wohl die Dampfsperre 100%ig dicht einzubauen, zu überlappen und anzuschließen?

Dampfsperre




- soll diffusionsdicht sein
- Wirksamkeit erkennbar am sd-Wert
- innenseitig eingebaut
- Überlappung und Verklebung erforderlich
- durchgehend luftdichte Ausbildung erforderlich
- Schwerpunkte: Anschlüsse und Durchdringungen
- Vorsicht beim Beplanken (Perforation)
- nicht verwechseln mit Dampfbremse
- nur diffusionsgeschlossene Folien können Dampfsperre sein
- also nicht irgendwas nehmen
Bild: LBS

Ein Hinweis zur Begriffsvielfalt:
Oft werden Folien vom Hersteller als Dampfbremsfolie deklariert, in Verbindung mit den technischen Daten "sD-Wert S150 m nach DIN 52615 geht man sicher, dass eine Eignung als Dampfsperre gegeben ist. Der Unterschied zwischen bremsen und sperren bedeutet: etwas oder nichts durchlassen. Wichtig sind also Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl und Materialstärke.

Die innen liegende Dampfsperre brauchen Sie, damit keine warme feuchte Luft in der Dämmebene kondensiert. Also muss diese Schicht durchgehend und "absolut" dicht sein. Auch im First. Ist eine Wärmedämmung irgendwo unterbrochen, nennt man das Wärmebrücke, hier saust die Wärme ungebremst durch. Ist die Folie der Dampfsperre irgendwo durchlöchert (angebohrt, durchnagelt ...), geht die Luft hier rein und transportiert Feuchte in die dagegen empfindliche Dämmung.

Die wirkliche Dampfdichtigkeit einer Bauteilschicht gibt der Dampfdurchlasswiderstand an. Zur Kennzeichnung der Dampfdichtigkeit einer bestimmten Materialschicht reichen die Schichtdicke und der Diffusionswiderstand aus. Der sD -Wert ist die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke.

Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl:
m
= Dampfdichtigkeit des Materials (d=1m) / Dampfdichtigkeit der Luft (d=1m)

Beispiele:

Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl:
Luft: m = 1, Holz: m = 40, PVC-Folie: m = 20.000-50.000
Aluminium-Folie d < 0,05 mm ist praktisch dampfdicht.
PE-Folie d > 0,1 mm: mR = 100.000
PVC-Folien d > 0,1 mm: mR = 20.000 - 50.000
Bitumendachbahn besandet: mR = 10.000 - 80.000

dga03.gif (50946 bytes)

Die Unterspannbahn (U) muss über die Traufe reichen, sonst kann Wasser in das Gebäude geleitet werden. Die Öffnung im First muss nicht, sollte aber sein. Die Dampfsperre (F = Folie) muss dicht an die Außenwand anschließen. Sie muss durchgehend dicht sein und sie darf durch nichts unterbrochen werden. Auch die Wärmedämmung muss ohne Unterbrechung durchlaufen. Das macht die Anschlussdetails zur Außen- Wand (die auch dämmt) im Traufbereich so interessant.


Luftdichtheit

Sprach man früher noch nur von Winddichtheit, geht es heute darum, dass
1.) kein Wind ins Gebäudeinnere unkontrolliert hinein gedrückt wird
2.) keine Luft aus dem Innenraum unkontrolliert nach außen entweicht.

Woher kommt das? Es geht um die Reduzierung von Lüftungswärmeverlusten, weil die heimlichen Ritzen Wärmebrücken darstellen. Außerdem kondensiert die Luft aus dem Innenraum, sobald sie in kältere Umgebung kommt - das kann innerhalb der Wärmedämmung sein, die dann regelrecht "absäuft".

Bei einem massiv hergestellten Geschoss mit Rezeptmauerwerk und vernünftigen Fensteranschlüssen, innen und außen mineralisch geputzt, halte ich eine Diskussion über etwaige Luftundichtigkeit für unangebracht. Ich bin der Meinung, so schlecht können die Handwerker gar nicht arbeiten - oder doch?

Das DG ist jedoch in der Regel eine Leichtbauweise: Sparren, welche die Dachhaut tragen, werden mit Dämmung ausgestopft und von innen beplankt. Die Luftdichtigkeit soll mit einer Dampfsperre sicher gestellt werden. Wer sich hier mit der Planung befasst, sollte immer zunächst daran denken, wie das, was er da ausgeheckt hat, handwerklich umzusetzen geht. Denn: am Bau arbeiten weder Zwerge noch Feinmechaniker und ein Detail hat nur einen Sinn, wenn man in die Ecke auch noch rein kommt.

Zur Bedeutung der Luft(un)dichtheit:

Durch eine Fuge von 2 mm Breite und 1 m Länge beträgt
der Luftdurchsatz V = 15 m³/(mxh) bei Dp = 6 Pa
der spezifische Lüftungswärmeverlust Lspez = 5,1 W/(mxK)
der Wasserdampfstransport Wk = 130 g/(mxh)
Quelle: Untersuchungen von Prof. W.-H. Pohl, Hannover, 1995

Wärmedämmung

Was für ein Dämmmaterial Sie nehmen ist egal, auf die Kennwerte kommt es an: z.B. Klemmfilz G+H Isover WLG 035 18 cm stark. WLG bedeutet Wärmeleitfähigkeitsgruppe, es gibt hauptsächlich 035 und 040. Ob Sie Styropor, PU, Zellulose oder Mineralwolle nehmen: Dämmstoffe haben alle nur eine äußerst geringe Speicherwirkung. Sinnvoll ist immer eine Hinterlüftung. Es geht aber auch ohne.

Folgende Varianten sind möglich:

  • Zwischensparrendämmung mit zwei Lüftungsebenen und dampfdiffusionsoffener Unterspannbahn
  • Zwischensparrendämmung mit zwei Lüftungsebenen, Schalung und Unterspannbahn
  • Vollsparrendämmung mit einer Lüftungsebene und dampfdiffusionsoffener Unterspannbahn
  • Vollsparrendämmung mit einer Lüftungsebene, Hartfaserplatte deckungs- und raumseitig
  • Vollsparrendämmung mit einer Lüftungsebene, als Fertigelement
  • Aufsparrendämmung auf Schalung mit einer Lüftungsebene, Sparren sichtbar
  • Aufsparrendämmung: Dämmelemente auf Sparren mit einer Lüftungsebene, Sparren verkleidet
  • Aufsparrendämmung: Thermodach ohne Entlüftungsebene
  • Untersparrendämmung mit zwei Lüftungsebenen und dampfdiffusionsoffener Unterspannbahn
  • Zwischen- und Untersparrendämmung mit zwei Lüftungsebenen und dampfdiffusionsoffener Unterspannbahn
  • Zwischen- und Untersparrendämmung bei geschaltem Dach mit zwei Lüftungsebenen und   Unterspannbahn
  • Aufgelegte Wärmedämmung und dampfdiffusionsoffene Unterspannbahn (Massivdach)

Hinweis: die letzte der aufgezählten Varianten ist die bessere,
weil nur hier eine gute Kombination dämmender und speichernder Eigenschaften vorhanden ist.

Bild: LBS

Achtung!
Beachten Sie bei dem ganzen U-Wert-Hokuspokus die Probleme des sommerlichen Wärmeschutzes,
wobei Ihnen Wärmedämmung recht wenig hilft.

:: Aberglaube im Bauwesen: ´s heilige U-Wertle
:: Vom Dämmen und Speichern, insbesondere: TAV und Strahlung

Machen Sie sich also bitte die Mühe und lesen Sie sich das durch.
Dann werden Sie vielleicht vieles besser verstehen.
Machen, und wissen warum, ist besser als nachmachen.

Allen Selbermachern ein gutes Gelingen wünscht:
Matthias G. Bumann, Dipl.-Ing.
Mitglied der Baukammer Berlin
verfasst im April 2003

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Praxisbeispiele
Fallbeispiele aus dem BauherrenForum DIMaGB.de
sind die Antworten nicht von mir, steht der Autor in Klammern

Bild: LBS

[ 1 ]

Frage:
Unsere Dachgeschoßwohnung soll eine komplette Innendämmung erhalten. Inklusive Geschoßdecke zur darunter liegenden Wohnung, Treppenhaus (unbeheizt) und Flachdach. Beabsichtigte Wanddämmung: 24 cm Vollziegel + Mineralfaser 5 cm (Ständerprofil) + Dampfsperre + Gipskartonplatte. Ist die Dampfsperre auch für die angrenzenden Wohnungen bzw. die Treppenhauswand notwendig. Sollte bei der Geschoßdämmung mit Einblasdämmstoffen (Holzbalkenkonstruktion) eine Dampfbremse, -Sperre eingebaut werden? Ist es auch möglich eine Außenwand (optischer Grund) bei der Innendämmung auszulassen?

Antwort:
Na, Sie trauen sich ja was. Haben Sie denn die EnEV nicht gelesen? Dämmolympiade ist angesagt - und da wollen Sie noch eine Wand auslassen beim Dämmen.
Ich würde anders rangehen. Statt MiWo hinter GK z.B. HWL-Platten geputzt. Dann kann man auf die Dampfsperre (die irgendwo immer undicht ist) glatt verzichten, hat einen Baustoff, der dämmt und etwas speichert, sich leicht verarbeiten lässt.
In der Decke bekommen sie eine Dampfsperre eh nicht eingebaut, wie denn? Und wozu soll die Dämmung in der Decke gut sein? Heizen die darunter nicht? In Altbauten mit Holzbalkendecke und Schlacke-Schüttung zwischen den Geschossen wird doch keine Dämmung eingebaut.

[ 2 ]

Frage:
Zum Wohnhaus es wurde um 1800 gebaut. Es steht unter Denkmalschutz und wurde 1991-94 aufwendig renoviert. Das Dach 50° mit 11m Sparrenlänge und 18,5m wurde neu mit Tonbiber eingedeckt darunter ist eine Dachbahn Vedag Tegula 5 (Dampfundurchlässig) darunter 18mm Bretterschalung. Die erste Dachgeschoßebene wurde ausgebaut und das Dach mit Klemmfilz 120 mm hinterlüftet, die letzte Holzbalkendecke wurde mit Staubexschüttung gedämmt, u.a. wegen den Mäusen, die wir leider bis heute im Haus haben.

Nun soll im 2. Dachgeschoß ein Wohnung eingebaut werden welche vorerst als Zimmer für die Kinder genützt werden soll der Plan ist seit Dezember genehmigt. Es werden ins Dach auf jeder Seite 3 Schleppgauben 60 cm hoch und 75 cm breit eingebaut sowie auf einer Seite 2 Dachfenster.

Der Innenausbau sollte evtl. wieder wie unten weiß gemacht werden das bedeut Ausbau mit Gipskarton darauf ein zweimaliger Anstrich mit Streichputz. Die Dämmung des Daches welches auf einer Seite SW 40° im Sommer fast den ganzen Tag die Sonne hat ist nun zu lösen. Mir widerstrebt es weiter mit Klemmfilz zu arbeiten. Der Zimmer empfielt uns eine Styrotec Dämmung 120 mm plus Hinterlüftung [weil Hinterlüftung von unter weitergeführt werden soll/muss??) einzubauen.

Selber habe ich mich Informiert und bin auf die Isofloc Dämmung gestoßen, welch mir gefällt weil sie meiner Meinung nach am fugendichtesten eingebaut (blasen) werden kann auch hinsichtlich anderer Schädlinge (Hausbock) und Mäuse denke ich wäre sie anderen Dämmmaterialien vorzuziehen. Allerdings für meine ~250 qm kostet diese nur Isofloc und Einblasung rund 3000 Euro hier kommen Papierfolie und alles andere noch dazu.

Das wär nun meine eigentliche Frage, WIE würdet ihr das Haus dämmen..

Antworten:
Ihr Ansatz ist richtig und falsch. Richtig, weil es ohne Dämmung nicht geht. Falsch, weil es ohne massive Bauteile im Sommer unerträglich warm wird - trotz der "besten" Dämmung. Ich würde zusehen, ob es die Statik hergibt, jede Menge Bohlen oder Balken einbauen zu können. Nur so kann ich ein halbwegs vernünftiges TAV erreichen.

Im Infobereich stehen sehr spezifische Fachartikel, insbesondere zum DG-Ausbau, ebenso zum Thema "sommerlicher Wärmeschutz". Die stehen im Infobereich, damit ich nicht jedes Mal alles wiederholen und kopieren muss. In der "Bauphysik für jedermann" stehen übrigens auch aktuelle Meldungen, die sich mit der Rolle der Wärmestrahlung im Dachbereich befassen. Also meine Bitte: erst mal lesen, sich eine Meinung bilden und dann weiter fragen/diskutieren.

Jeder wird sicher verstehen, dass es mit den Ferndiagnosen so ein Ding ist. Man kann nur allgemeine Hinweise geben. Um noch etwas Masse einzubauen, müssen die vorh. Sparren nicht unbedingt zusätzlich belastet werden. Man sollte zusehen, dass man die Balken selbst tragend einbaut, dann sind nur die Auflager in Traufe und First belastet.

Wahrscheinlich geht das bei Ihnen nicht, denn 11 m sind nicht gerade wenig. Zur Dämmung: lassen Sie sich erklären, wie die Lasten der Dämmung aufgenommen werden (Klemmfilz hält sich an den Sparren fest - eingeblasene muss irgendwo aufliegen).

[ 3 ]

Frage:
Wie, wirkt es sich aus hinsichtlich der Dämmung, besonders während der sommerlichen Hitze unterm Dach, wenn anstelle von Gipskarton doch HELLE Holzbretter für unseren Dachausbau genommen werden?

Antwort:
Es gibt praktisch keinen Unterschied. (Hagenmueller)

[ 4 ]

Frage:
Drei Zimmerer 3 Meinungen zum Dämmen.
1. Zimmer Dämmen mit "Styrotec" 12 cm ~ 6 Euro/plus Mwst/m2 nur Dämmaterial.
2. Zimmerer Dämmen mit "Isofloc" 18 cm ~ 11,50 Euro/plus Mwast/m2 nur Dämmaterial und einbringen.
Er nimmt "Pro-Clima Dampfbremspapier Baustoffklasse B2 "DB+" sd-Wert = 2,3m kostet 1,62/plusMWST
3. Zimmerer Dämmen mit "Klimaflock" 18 cm~ 10 Euro/Plus MWST/m2 nur Dämmaterial einbringen.
Er nimmt Folie? als Dampfbremse, da Papier (Klimatop) bei meiner DiffusionsUNDURCHLÄSSIGEN Dapapper nicht geeignet wäre ??? Er empfiehlt auch eine Holzweichfaserplatte nach der Folie worauf dann Gipskarton oder Fermazell geschraubt werden kann. Ein Vororttermin steht noch an. Doch nun? Was sollen wir tun?

Antwort:
Was für eine Dampfsperre zu nehmen ist, kann man nur beurteilen, wenn man weiß, was drauf ist. Dachpappe ist nicht disffusionsdicht, wasserdicht hoffentlich ja, aber nicht diffusionsdicht.

Ansonsten sollten Sie die Brüder dazu bringen, einheitliche und verständliche Angebote abzugeben und nicht solche Flickschusterei. Geben Sie doch was vor: qm ausrechnen, Dämmstoffstärke vorgeben, "geeignete Folie" verlangen - Komplettleistung anbieten lassen. Glauben sie mir, so schlecht ist die Masse der Handwerker nicht, als dass es nicht gelingen sollte.

[ 5 ]

Frage:
Ich bin gerade dabei, das Dachgeschoss meines Neubaus auszubauen.
Der Dachgeschoßfußbodenaufbau ist folgendermaßen vorgesehen: Holzbalkendecke über EG (zwischen Balken ist Dämmung, nach unten zum EG mit Dampfbremse versehen), Rauhspund, Trittschalldämmfolie, V 100 Spanplatten, Fermacell-Trockenestrich mit Trittschalldämmung.
Frage: Sollte die Dampfsperre der Dachschrägen (blaue Owolen-Folie) an die Trittschalldämmfolie des DG-Fußbodens angeschlossen werden oder ist eine zusätzliche Folie innerhalb des DG-Fußbodenaufbaus notwendig? Oder sollte sich im Fußbodenaufbau gar keine Folie befinden, da die Dämmung innerhalb der Holzbalkendecke über dem EG damit rundum in Folie eingepackt wäre?

Antwort:
Die Dampfbremse sollte genügen, denn die Decke liegt zwischen warm-warm. Die Dampfsperre der Dachdecke hat an die Außenwand anzuschließen, mit der Geschossdecke hat sie nichts zu tun. Das Einbauziel sollte bekannt sein: warme, feuchte Luft am Kondensieren innerhalb der Dämmung hindern.

[ 6 ]

Frage:
Neubau. Über gemauertem EG befindet sich Dachstuhl aus sog. Studiobindern (Sparren und Deckenbalken jeweils als gemeinsames Bauteil 6 x 20 cm, Abseitenstiele sind bereits eingearbeitet). Zwischen die Deckenbalken kommt 180 er Dämmung aus MiWo, diese liegt über den Ringanker bis in den außenseitigen Gesimskasten (Dachüberstand) hinein. Zum EG hin wírd eine Dampfsperre eingebaut und an das EG-Mauerwerk angeschlossen. Auf die Deckenbalken kommen Rauhspund, Trittschalldämmfolie, OSB-Platte und Fermacelltrockenestrich mit Dämmung als Fußboden für das auszubauende Dachgeschoss. Es erfolgt im DG eine Zwischensparrendämmung mit 180 er MiWo 035 der senkrechten Abseitenstiele, der Dachschräge und der Kehlbalken. Die Abseiten und der Spitzboden sollen nicht gedämmt werden. Ein Problem sehe ich, da die Deckenbalken 20 cm hoch sind, die Dämmung dazwischen aber nur 18 cm hoch ist, dass quasi unter dem DG-Fußboden eine Luftschicht existiert, die durch den belüfteten Gesimskasten eine Verbindung zur kalten Außenluft hat. Außerdem kragt ein Teil des auszubauenden DG über den Freisitz, ist also von unten nicht beheizt. Kann ich die Dampfsperre im DG nun auf den Fußboden aufbringen, das DG also rundum einpacken? Oder reichen Trittschalldämmfolie und OSB-Platte als Dampfsperre. Nützt es evtl. etwas, die Decke im EG statt mit 180 er MiWo mit 200 er zu dämmen und somit die Luftschicht unter dem DG-Fußboden auszuschließen? Was kann denn bei einer dieser m.E. einfacheren Lösung ("Einpacken" des DG) passieren?
Oder muss ich etwa jeden einzelnen Deckenbalken (die Balken liegen im Abstand von etwa 30 cm!, d.h. etwa 40 Balken = 80 Durchbrüche durch die Folie) aufwendigst abdichten und die Dampfsperre von den Abseiten kommend an die Dampfbremse der EG-Decke anschließen?

Antwort:
Der Verlauf der Dämmebene ist so schon i.O. Man muss aber auch die waagerechten Flächen zwischen Traufe und Abseite berücksichtigen. Das bedeutet, dass dort auch die Dampfsperrebene durchlaufen muss. U.U. kann das schon dazu führen, dass man sich beim Einbauen die Finger verrenkt. Vielleicht gibt es eine örtlich angepasst bessere Lösung.

[ 7 ]

Frage:
Ich beabsichtige bei meinem 1984 gebauten Haus das Dachgeschoss auszubauen.
Bezüglich der Wärmedämmung hätte ich gerne einen fachmännischen Rat.
Der Dachaufbau ist von außen nach innen gesehen derzeit wie folgt.
Betondachsteine (Braas Doppel S) - Lattung 30x50 - Sparren 180x75 - 8cm Styrotect-S zwischen den Sparren.
Wie sie sehen ist keine Unterspannbahn eingebaut. Ich habe damals die 8cm Styrotect-S recht günstig erhalten und als vorläufige Dämmung eines nicht ausgebauten Dachgeschosses als ausreichend angesehen. Da jetzt der Ausbau ansteht, habe ich daran gedacht, zusätzlich zu den 8cm Styrotect-S noch mal 10 cm vom gleichen Material einzubringen um den Sparren damit vollflächig zu füllen.
- Meine Frage ist jetzt, ich hätte dann evtl. keine richtige Hinterlüftung, oder reicht die Wellung der Dachsteine dafür aus?
- Oder soll ich nur 8cm dazu nehmen und durch eine an den Dachsparren angebrachte 2 cm starke Leiste für Hinterlüftung sorgen?
- Benötige ich raumseitig bei dieser Konstruktion eine Dampfbremsfolie?
- Oder soll ich zu dem vorhandenen 8 cm Styrotect-S (möchte ich auf jeden Fall mit einbeziehen) eine anderen Dämmstoff verwenden um auf eine ausreichende Wärmedämmung zu kommen?
Raumseitig ist eine Beplankung mit Fermacellplatten auf Metallunterkonstruktion geplant, hier wäre auch noch eine Dämmung zwischen den Metallschienen möglich.
Für einen Ratschlag wäre ich sehr dankbar.

Antwort:
Die Welt wird schon nicht untergehen, nur weil keine Unterspannbahn da ist. Hinterlüftung ist demnach vorhanden. Wenn das DG bewohnt wird, braucht man eine Dampfsperre für die empfindlichen Dämmmaterialien, weil Tauwasser nicht förderlich ist. Sie können sich auch im Baumarkt Standardlösungen geben lassen (Heftchen von Herstellern). Sie können aber auch im Infobereich einiges zum DG-Ausbau nachlesen.

[ 8 ]

Frage:

Eine Zwischensparrendämmung im Dachgeschoss ist durchzuführen, da das Haus (48er Bauj) zwar ein recht neues Dach hat aber keine Dämmung!!! Die Sparrentiefe beträgt 12cm ergibt sich also eine Dämmung von ca. 120 mm, oder etwa mehr? Welches Material soll ich nehmen? Dämmkeile, Mineralfaserwolle (kaschiert), Klemmfilz oder was ist euer Vorschlag? Mir dreht sich langsam der kopf nach dem ganzen lesen von Info-mat.

Antwort:
12 cm Dämmung ist zu wenig, nach Energieeinsparverordnung müssen es circa 22 cm sein. Vorher sollte man klären, ob die Sparren / Pfetten im Dach das belastungsmäßig mitmachen. Die Mehrbelastung aus Dämmung ist natürlich nicht allzu groß, zu mindest nicht im Verhältnis zu den schon vorhandenen Lasten und den einzurechnenden Schneelasten.

Wenn innenseitig Gipsfaserplatten oder Gipskartonplatten angebracht werden, muss die Durchbiegung der Sparren / Pfetten aber auch klein bleiben (i. A:: kleiner als Länge / 300). Sonst könnte es z. B. Risse in den Platten geben. Genaueres sagt ggf. ein Statiker.

Man kann z. B. die Sparren seitlich verstärken mit Brettern o. ä., dann bekommt man auch gleichzeitig den Hohlraum auf die gewünschten 22 cm "aufgedoppelt". Aber bei dieser Lösung muss alles andere stimmen, z. B. die schon genannte Statik.

Mineralfaserdämmung nehme ich nicht. Ich finde Zellulosedämmung (es gibt mehrere Fabrikate der Flocken) gut. Ist vom Preis her circa wie Künstliche Mineralfaser. Man brauch aber einen Hohlraum - unterseitig Dampfbremse - um die Flocken einzublasen. Machen Fachbetriebe, Adressen z. B. im alternativen Branchenbuch Eco World. Die Flocken sind bei alten Dächern auch deshalb gut, weil sie die Unebenheiten der Sparren (z. T. runde , unebene, gebogene Hölzer) schön "zumachen".

Wenn das Haus aus 1948 ist, dann hat es bestimmt keine Unterspannbahn direkt unterhalb der Ziegel. Die Unterspannbahn ist aber vorgeschrieben. Diffusionsoffene Bahn (oder Platten) verwenden.
(Hagenmueller)

[ 9 ]

Frage:

Bei der Ausführung der südlich angeordneten Dachflächen ist keine Hinterlüftung, wie sie nach dem seinerzeitigen bzw. heutigen Stand der Technik zwingend notwendig ist, eingebaut worden. Dies hat zur Folge, dass es im Bereich des Dachs zu Schwitzwasserbildung kommt, mit der Konsequenz, dass hierdurch entsprechende Schäden bereits entstanden sind. Zukünftig werden dadurch weitere Schäden entstehen.

Nach Rücksprache und Beratung mit unabhängigen Fachleuten, haben diese mir bestätigt, dass es keine Abluftöffnungen im Bereich der obersten Dachsteinreihe gibt, mit der Folge, dass die Luft nicht zirkulieren kann. Ich habe diese ETW vor 9 Jahren gekauft. Gibt es Erfolgsaussichten wegen verstecktem Mangel? Die Verjährung war 5 Jahre. Ich hatte immer mündlich auf Kondenswasser hingewiesen. Der Zimmermann hat daraufhin die Unterspannbahn mehrfach aufgerissen, sodass das Kondenswasser immer weniger wurde. Er versprach immer, dass alles behoben sei.

Antwort 1:
Da ich die Auffassung vertrete, dass ein Aufbau mit Hinterlüftung allemal sicherer ist, bin ich schon hier im Forum zurechtgewiesen worden. Nach Stand der Technik sind nicht hinterlüftete Konstruktionen zugelassen. Wenn man den EnEv-Schnickschnack als Regeln der Technik betrachten mag, ist Tauwasser sogar zugelassen, wenn nur der Nachweis am Ende passt. In jeder halbwegs brauchbaren Planungsunterlage sind Firstdetails mit Entlüftung enthalten - warum wohl.

Mündliche Hinweise können Sie vergessen - wir leben in Deutschland, da muss alles schriftlich belegbar sein. Verjährung bedeutet: vorbei. Ihre Aussichten bei einem Rechtsstreit dürften eher als gering einzuschätzen sein. Anwaltliche Beratung bleibt Ihnen unbenommen.

Antwort 2:
Es müsste erst die Ursache gefunden werden. Vor 9 Jahren sind mit Sicherheit noch gewebeverstärkte PE-Folien verwendet worden. Die Dinger sind einfach zu dicht. Wenn dann auf der Innenseite zusätzlich mehrere Undichtigkeiten in der Luftdichtschicht vorhandene sind, ist auch bei einer Hinterlüftung der Unterspannung Tauwasser zu befürchten. Probleme bereiten hier die immer wieder falschen Ausführungen der Entlüftung im Bereich First. Die Ebenen der Hinterlüftung müssen dann getrennt entlüftet werden. Also, wie geschrieben, erst die wirkliche Ursache feststellen, dann reagieren. Blinder Aktionismus hilft Ihnen nicht
(Ibold)

[ 10 ]

Frage:

Dämmstärke bei Zwischensparrendämmung
Hallo, ich habe ein paar Fragen zur Dachdämmung.
Sind 180 mm Zwischensparrendämmung ( z.B Isover Integra ZKF ) ausreichend oder lohnt sich der Aufwand ( auch Finanziell ) noch eine 24 mm oder 50 mm Untersparrendämmung aufzubringen (UKF).
Wie sieht es mit der Wärmeleitfähigkeit aus ( 0,40 oder 0,35 ? ). Rechtfertigt hier der bessere Dämmwert den höheren Preis ?

Antwort:
Theoretisch kann man nicht genug Wärmedämmung mit guten Kennwerten (0,35) einbauen. Praktisch hilft Ihnen bei fehlenden speichernden Bauteilen eh nur der Glaube und praktisch nutzt Ihnen eine dicke Dämmung im Sommer nicht viel.

Beim DG-Ausbau würde ich immer sehen, was an Platten einzubauen geht, die Masse bringen (Statik!), der Mindestdämmstandard sollte genügen, denn das ist ja heutzutage wahrhaftig nicht wenig. Zum Thema Mehrkosten: wenn Sie alles selbst einbauen, ist es wohl nicht so drastisch, da nur Mat. zu kalkulieren ist.

[ 11 ]

Frage:

wir haben bereits den Rohbau fertig gestellt ( Dach drauf, Fenster drin ) und stehen nun vor den Installationen, Isolierung...  Unser Dachaufbau ist im Augenblick folgendermaßen:
Dachneigung 42°,Dachziegel, Dachlattung + Konterlattung 30/50, DWD-Platten ( 16mm), Dachsparren ( 180mm ).
Innen werden wir teilweise mit Rigipsplatten und teilweise mit Holzdecke verschalen.
Nun sind wir auf der Suche nach einer vernünftigen Dachdämmung.
Für konstruktive Vorschläge wären wir dankbar.

Antwort:
Vernünftig sind eingeblasene Cellulose- oder Holzfaserdämmungen. Diese legen sich ideal an die Sparren und es entstehen keine Hohlräume. Mineralwollen und Schaumstoffe scheiden wegen schlechten sommerlichen Wärmeschutz aus. Zudem darf die Miwo nicht nass werden, denn dann versagt die Dämmung. Sie wird jedoch nass.
Innen verwenden wir keine Dampfsperre oder Dampfbremse, stellen jedoch eine Luftdichtigkeit her. Gips verwenden wir nicht, da dieser in meinen Augen kein besonders guter Baustoff ist. Er kann nur wenig feuchte aus der Luft aufnehmen, im direkten Kontakt saugt er sich jedoch voll. Die ungemütlichen Dachwohnungen zeigen dies auf.
Lehm- oder Kalkputz auf Schalung und Putzträger ist da besser geeignet. Leider auch etwas teurer, aber dafür ärgert man sich später nicht und die Kinder haben ein herrliches Raumklima.
(Reisinger)

[ 12 ]

Frage:

Wir haben ein Haus Bj. 1930 gekauft, das dem Dämmstandard dieses Baualters entspricht. Ziegelmauerwerk mit 5 cm Luft-Dämmschicht. Obergeschoss traufseitig mit Mansarddach versehen (Eindeckung vermörtelte Tonpfannen). Zur Erhaltung schrägenfreier Wände wurde die OG-Mauer ca. 70cm nach innen versetzt und einschalig mit 11,5er Lochziegeln ausgebildet. Zwischen gut erhaltener Dacheindeckung und quasi Außenmauer keinerlei Dämmung.
Da bereits eine Seite zur Schimmelbildung neigt, würden wir gerne die Temperatur der Innenwand erhöhen (durch Dämmung). Innen ist großenteils noch erhaltungsfähiger Kalkputz, nur an der Wand mit Schimmelneigung wurde dieser z.T. abgetragen und durch Zementputz ersetzt.
Frage: Wie kann ich künftig am sinnvollsten Schimmelbildung verhindern ohne meine Heizkosten zu verdoppeln

Die Decke ist eine Holzbalkendecke, die im Bereich zwischen 11,5er Mauer und Dachziegeln mit Estrich versehen wurde (ansonsten Holzdielen). Die Balkenköpfe ragen aber noch gut sichtbar an der Traufseite heraus. Ich denke, eine Tragfähigkeit für eine zweite Mauer ist gegeben.
Als Alternative hatte ich ursprünglich angedacht, die Nische an den Dachbalken zu dämmen. Nach Lektüre der Diskussion um Mineralwolle/Polystyrol und den Kommentaren zum Lichtenfelser Experiment bin ich nicht mehr so sicher, ob das noch eine ernstzunehmende Lösung darstellt. Ich will ja im Prinzip nur, dass die Wandtemperatur über dem Taupunkt liegt.
Ich denke dabei auch an die Vorschriften der EnEV, die mir als Hauskäufer jetzt "auf die Füße fallen" - sprich früher oder später mit behördlichen Auflagen zur Wärmedämmung zu rechnen ist. Eine energetisch sinnvolle Sanierung kann ja verschieden aussehen, inwiefern sie den Vorschriften dann genügt, kann ich als Laie nicht beurteilen.

Antwort 1:
Eine 11,5 er Wand ist halt ein bisschen dünn, da verwundert es nicht, dass sich Tauwasser bildet. Entweder können Sie eine dickere Wand einziehen oder Sie füllen den Hohlraum aus.
Dazu muss man beachten, was für ein Tragglied unter der Wand ist bzw. wie die Traufe ausgebildet ist.

Denken Sie bei der sogen. Trägerfolie daran, dass die die Flächenlast auch aufnehmen muss. Die muss wohl unterstützt werden mit Lattung.

2. Frage: ich weiß nicht, was Effizienz bei Dämmung bedeuten soll. Wenn Sie sich durch die unterhaltsamen Seiten geklickt haben, müssten Sie gelernt haben, dass Dämmung ohne speichernde Bauteile nicht viel nutzt - auch wenn Ihnen das die Werbung und die "etablierte Bauphysik" vorgaukeln.

Wenn Ihnen mein Vorschlag mit Einblasen von Zellulose (ist "schwer" genug, um zu dämmen und zu speichern) nicht zusagt, müssen Sie eben auf Gespinste zurückgreifen. Die nehmen sich dann in der Wirkung nicht viel. Gravierende Unterschiede gibt es im Preis - und in der Wirkung auf die Gesundheit (auch wenn Ihnen Unbedenklichkeit vorgebetet wird, Asbest war auch viele Jahre unbedenklich und bevor nicht bewiesen ist, dass Massen dran verreckt sind, geht die Chose weiter).

Ihre wunderschöne Zwischensparrendämmung, auch wenn Sie die um jede Menge Aufsparrendämmung ergänzen, wird nicht verhindern, dass Sie es im Sommer schön heiß haben. Sinnvoll ist, so viel Massivholz als Beplankung aufbringen, wie es die Statik hergibt.

Antwort 2:
Was sehen Sie, wenn Sie im Dachspitz Ihres Hauses oder in den Abseiten, sofern Sie da reinkommen, herumkriechen? Die "nackten" Dachplatten von unten? Oder eine Dachschalung, Unterspannbahn etc? Wenn nur die nackten Dachplatten, würde ich wie folgt vorgehen (da man im Dachspitz oder Abseiten wahrscheinlich ohnedies nicht genügend Platz zum Arbeiten hat und auch einen Hohlraum von 70 cm nicht mit Dämmzeug "füllen" kann!):

An verschimmelten Dachwänden Putz abschlagen. Dann an allen Wänden faserverstärkte Gipsplatten (kein Gipskarton!) mit dicken Mörtelklumpen "aufdoppeln", so dass zwischen Ziegelwand und neuer Gips-Innenwand ein 1 bis 2 cm breiter Luftraum bleibt. Wenn Sie dann noch statt konventioneller Heizkörper Alfred Eisenschinks berühmte Heizleisten die Außenwände entlang verlegen, sollten Sie künftig zumindest im Winter ein besseres Wohnklima unterm Dach haben als bei irgendwelchen Dämmassnahmen, und das bei vielleicht sogar reduzierten Heizkosten.

Um im Sommer Hitzestau zwischen der Dachdeckung und dem "Haus im Dach" zu reduzieren, sollten Sie für eine gewisse Luftzirkulation sorgen, also Lüfterdachsteine in Firstnähe, und "Lüftungsgitter" an der Traufe, wenn das ohne zu großen Aufwand machbar ist.

Grundsätzlich ist die alte Methode, bei Nutzenwollen oder Nutzenmüssen des Daches für Wohnzwecke, was nie ganz ideal ist, eine Art "Haus im Haus" zu bauen, bauphysikalisch viel sinnvoller als die meisten "modernen" Konstrukte - siehe die alte, wahrscheinlich vergriffene Broschüre "Schöner bauen als die Anderen" von Alfred Eisenschink! Freuen Sie sich für Ihr Haus, dass Sie diese Lösung haben, und machen Sie das beste daraus!

Mir riet kürzlich ein Berater von der Alternative "Massivdach" ab, weil sich das bei länger anhaltenden Wärmeperioden - trotz üblicher Styrodur-Außendämmung, die heute nach EnEV noch drauf kommt - wie ein Backofen auflädt, so dass dann von einem Temperaturausgleich durch "Phasenverschiebung" auch nicht mehr die Rede sein könnte. Bei einem z.B. in Oberbayern normalem "Wetter-Auf-und-Ab" dagegen sei es angenehmer als jedes Leichtdach - egal ob mit Zwischen- oder Aufsparrendämmung. Bei lang anhaltenden Kälteperioden wiederum werde dieses Dach mehr Heizwärme "schlucken" als ein modernes "Leichtdach", weil es sich eben verhalte wie ein 20cm-Mäuerchen mit einer 6 oder 8 oder maximal 10-cm Wärmedämm-Fassade!
Man müsse eben die lokale Klimatik berücksichtigen, und wissen, was man selber tolerieren kann bezüglich "Raumklima". Ich denke, der Mann hat Recht.
(molitor)

Antwort 3:
Ich liebe die Energieberater ....
haben Sie /der E-Berater daran gedacht, dass die Dämmung unbeheizter Räume (so klingt Ihre Absicht) eine zwiespältige Sache ist. Unsere Frage an den energiesparwilligen Klimaretter und sparsamen Bauherren ist immer zuerst: was soll das ganze werden? Erst dann gibt es ein sinnvolles Konzept. Dämmung vermindert nicht den Wärmedurchgang, sie verzögert ihn nur. Dies ist auffällig vielen "Fachleuten" nicht präsent.
(Rainer Bolle)

Völlig richtig, was Herr Bolle schreibt! Und beachten Sie auch, dass es auch nach einer Dämmung Ihres Altbaus, die ohnedies niemals die "Qualität" der eines als "Thermoskanne" konzipierten Neubaus haben wird, immer eine (oder mehrere) "kälteste Stellen" geben wird, an denen dann eventuell doch wieder Feuchtigkeit kondensiert und damit Schimmel-Gefahr besteht.

Dagegen hilft nur "Heizen und Lüften und Heizen und Lüften".
Bevor ich einen großen finanziellen und Bau-Handwerklichen Aufwand mit Dämmung treiben würde, würde ich es doch erstmal mit einer Heizleisten-Heizung entlang der "kalten" Außenwände versuchen, vielleicht beginnend mit den bewohnbar zu machenden Dachräumen. Das trocknet nach und nach selbst feuchte Wände aus, verbessert damit deren Dämmwert, und solche Energieverbräuche, wie sie Ihnen der Berater ausgerechnet hat, haben Sie damit garantiert nicht!
(molitor)

Antwort 4:
@E.
Mir sind die unterschiedlichen Auffassungen beider Fraktionen aus dem Lesen im Infobereich bekannt, aber es kann doch über die Theorie und kurze Messreihen hinaus auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden.
Ein Erfahrungswert beispielsweise ist: In mineralwollgedämmten Dachgeschossen ist der sommerliche Hitzestau enorm.
Ein weiterer ist: Bei unsachgemäßer Ausführung der Feuchtigkeitssperre kann Mineralwolle ihre Funktion nicht erfüllen. Das Material wird und bleibt feucht und zieht Schäden an der Dachkonstruktion nach sich
Letztlich sind es die Praxiserfahrungen in Verbindung mit fundierten Berechnungen, die Baufehler verhindern können.

...die Ausgangsfrage bezog sich auf verschiedene Möglichkeiten, eine Dämmung zu realisieren. Die Erfahrung eines sommerlichen Hitzestaus ist kein Maulen meinerseits, sondern Erfahrung aus mineralwollegedämmten Dachgeschossen. Zu den Ausführungen "Was länger dauert beim Aufheizen braucht zum Abkühlen auch länger" stimme ich Ihnen zu. Prinzipiell sind wir uns aber einig, dass eine gänzlich ungedämmte Konstruktion hinsichtlich des Raumklimas nicht so angenehm wie eine (mineralwoll- oder ziegel-) gedämmte ist.

Für mich als Bauherrn ist jetzt einzig interessant, wie ich die auch von Fachfirmen vorgeschlagenen unterschiedlichen Herangehensweisen der Dämmung bewerten soll. Letztlich soll die Konstruktion das Tauwasser entweder nicht entstehen oder gut ausdiffundieren lassen. Welche Konstruktion das auch immer schafft: Wenn sie finanziell machbar ist, wird sie beauftragt oder selbst durchgeführt.
(Reimar)

Antwort 5:
nachdem ich mir nun mal die ganzen Beiträge (sind ja doch einige) durchgelesen habe, möchte ich nur zwei Dinge anmerken.
1. Sommerlicher Hitzeschutz. Wenn die Phasenverschiebung bei einer "massiveren" Bauweise mal theoretisch 4 Stunden beträgt, dann braucht´ s halt auch 4 Stunden länger, bis es wieder "runter gekühlt ist". Da fragt man sich, ob es nicht u. U. sinnvoller ist, so gegen 21:00Uhr NORMALZEIT die Fenster zu öffnen, damit nicht wenigstens ein bisschen Wärme heraus kann, die bei der Phasenverschiebung bis weit nach Mitternacht die Bude aufheizen kann. Das ist halt der Nachteil, dass es nicht nur einseitige Gewinne gibt, sondern immer auf der anderen Seite einen Nachteil.
Den Hitzeschutz über die Hinterlüftung der Eindeckung zu verbessern, ist geringfügig machbar. Allerdings muss angemerkt werden, dass der hinterlüftete Bereich sowieso vorhanden sein muss (Fachregeln für Deckungen mit Dachziegeln und Betondachsteinen). Lediglich bei Auflattdämmsystemen, wie sie von drei Herstellern angeboten werden (wider den Fachregeln) wird auf die vorgeschriebene Hinterlüftung verzichtet. Damit scheiden diese Systeme von haus aus aus.
Aufsparrendämmsysteme haben letztlich keinen gravierenden Vorteil gegenüber einer Zwischensparrendämmung. Hier wird lediglich PUR als Material eingesetzt. Sie vermindern lediglich die Wärmebrücke Sparren. Den gleichen Effekt erzielen Sie aber auch, wenn Sie eine gedämmte Installationsebene vorsehen. Ansonsten verschieben sich die Probleme parallel. Nachteile einer Aufsparrendämmung sind die schlechteren Schallschutzeigenschaften. Probleme bereiten auch regelmäßig die Anschlussbereiche einer - unbestrittenen und notwendigen - Luftdichtschicht.
2. Ich bin der Ansicht, dass gerade bei der energetischen Altbausanierung sehr detaillierte Ortskenntnisse unverzichtbar sind.
Auch die Zurecht im Vorfeld aufgeworfene Frage: was soll´ s denn werden? ist enorm wichtig.
Und da der seriöse Energieberater immer möglichst viele Varianten aufzeigen und suchen sollte, hab ich mich anlässlich einer sehr aufwändigen Altbausanierung mit meinem "Lieblingsgegner" K. Fischer in Verbindung gesetzt. Zusammen haben wir eine m. M. n. sehr gute Lösung ausarbeiten können.
Betonierte - also einmal einstudierte und nie wieder abgewandelte - Lösungen sind Banane. JEDES Objekt ist individuell und hat einen Anspruch darauf eben so behandelt zu werden.
Insofern, sehr geehrter Frager, kann nur ein Ortstermin Lösungen bringen. Pauschalvorschläge müssen zwangsläufig in die falsche Richtung führen. Detaillösungen sind in einem Forum nicht zu realisieren. Das Forum kann nur zum Denken anregen und muss letztlich den gesetzlichen Anforderungen (ich für meinen Teil zumindest, wg. SV-Bestallung) genüge tun.
(Ibold)

Meine Anmerkung dazu: Den Beitrag von Stefan Ibold vom 05.03. finde ich gut. Zur Phasenverschiebung möchte ich nur bemerken, dass man die nur im Zusammenhang mit dem TAV betrachten sollte. Interessant ist nicht nur, wann etwas ankommt (4-12 Stunden später), sondern auch wie viel (4 oder 40°C).

* * *
Allen Selbermachern ein gutes Gelingen wünscht:
Matthias G. Bumann, Dipl.-Ing.
Mitglied der Baukammer Berlin
verfasst im April 2003

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