Praxisbeispiele und Praxisberichte
Projekt: BS Balkonsanierung
Leistungsbeschreibung, Teil 2
Was man auf den Bildern nicht
sieht:
(bzw. was noch nicht erläutert
wurde)
Die Abflussrohre sitzen sehr eng in der Ecke, so dass sich
hier schlecht eine Manschette eindichten lässt, wie es sich bei einem Einlauf
gehört. Die Gefällesituation ist beim Gros der Balkone in Ordnung, das hier
gezeigte Beispiel scheint eine der wenigen Ausnahmen zu sein.
Das Abflussrohr ist unterbrochen, was zu dem Rundumeinlauf passen mag, aber
hinsichtlich eventueller Rückstauflutung ungünstig sein wird. Der aufgefädelte
Einlauf kommt weg und die Ecke ist sauber frei zu stemmen. Dann sind die Ränder
sind zu glätten und es ist eine Streich- oder Spachtelabdichtung einzubringen.
Beim Rohr muss man mit Einlegeband den Übergang sichern.
Am einfachsten kann man sich vorstellen, wie mit der Flex aufzuschneiden ist, um
dann für die neuen Rinnen die Aussparung herzustellen. Zurück zu Bild 2144: die
neue Rinne kann auf eine Bauhöhe von ca. 8 cm ausgelegt werden.
Das Rinnensystem sitzt sicher, wenn es in Mörtelfuge gepresst wird. Die neue
Abdichtungsebene liegt dann auf den fliesen und es ist ein sauberer Übergang
bzw. Anschluss an die Rinne herzustellen. Wenn darauf gefliest wird, entsteht
eine Kante von ca. 9 mm, aber dort ist ohnehin nicht der begangene Bereich.
Wasser, das zu der neuen Rinne läuft, fällt dort rein und kann nicht zum Fenster
hin laufen. Viel machen kann man in dem Xel ohnehin nicht – vergl. mit Bild 2331
auf Seite 8.
Die Kupferblecheinfassung bleibt, sie ist zu reinigen. Bei manchen Balkonen wird
der neue Belag etwas darüber ragen, deswegen soll ein Einfassprofil hin. Die
Notabläufe bleiben.
Das orange Material im Fußbodenaufbau der aufgebrochenen Ecke ist die
Drainagematte. Hier ist mit Wasser getestet worden und man hat festgestellt,
dass sie funktioniert. Bislang erfolgte der überwiegende Wasserabtransport auf
dem Verdunstungswege.
( )
Planausschnitt (o.M.) vom ursprünglichen Plan D01 „Regelschnitt Balkonplatten“
Im geplanten Aufbau sind alle Regeln berücksichtigt, einschl. der 15 cm
Aufkantung.
Der Regelaufbau beinhaltet:
2 cm Fliesen im Dünnbett
5 cm bewehrter Estrich auf Trennlage
1 cm Drainagematte
2 cm Dichtung nach DIN 18195
16-20 cm Stahlbetonplatte WU mit 1,5% Gefälle
Ob die Abdichtung ausgeführt wurde, ist nicht sicher (das Eckdetail scheint eher
auszusagen: nein). Die Balkonplatte wurde in WU-Beton ausgebildet. Es ist zudem
nie beobachtet worden, dass unten Wasser zu sehen gewesen wäre.
Wenn die Ecke gut abgedichtet wurde – es ist an ein Verdunsterrohr für die
Drainagematte zu denken, um kein Wasser einzusperren – ist das Fallrohr
umlaufend zu schließen und es ist nur der Anschluss für das Rinnensystem zu
belassen. Das geht mittels einer Kunststoffschelle zu bewerkstelligen. Ohne
Chemie (Kleber und Abdichtung) geht die Situation nicht zu beheben. Anschließend
ist auszumörteln und um das Rohr herum ist in der Ecke mit Gefälle von der Ecke
weg zu fliesen.

Prinzipskizze zum Lösungsansatz
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