Praxisbeispiele und Praxisberichte
Projekt: Kindergarten in Vilnius, Litauen
Objektreport: Saules Gojus
Die Renovierung des Kindergartens Sonnenwäldchen
„Saules gojus“ -
auf Deutsch Sonnenwäldchen - heißt der Kindergarten, dessen großes Grundstück im
Norden der litauischen Hauptstadt Vilnius direkt an einen Wald grenzt und wo von
allen Seiten die Sonne ungehindert darauf strahlen kann (www.kindergarten.lt)
Die offizielle Bezeichnung lautet„Zentrum für (Vorschul-)
Erziehung“, welches sich keiner pädagogischen Theorie verpflichtet fühlt und ein
ganzheitliches Konzept verfolgt, zu dem Natur, Sprachen (Litauisch, Deutsch und
Englisch), Musik und Kreativität des Individuums gehören.
Das Haus bietet mit 500 m² genügend Platz für bis zu 45 Kinder. 2004 wurde das
Gebäude in einer ersten Stufe renoviert. „Hilfreich zur Seite stand uns
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann (www.dimagb.de),
anerkannter deutscher Experte für vernünftiges und gesundes Bauen.“ berichtet
Andreas Rodenbeck, Koordinator des Projektes.

In der ersten Stufe der Sanierung wurden die sanitären Anlagen und die gesamte
Elektrik erneuert und das Haus den Bedürfnissen der Kinder angepasst. Wichtig
war eine energetische Ertüchtigung der Außenwände, die als zweischaliges
Mauerwerk mit einem Luftspalt von 7 cm einen U-Wert von 0,8 W/m²K aufwiesen.
Zwar ist der U-Wert für die Energiebilanz des Gebäudes nicht allein Ausschlag
gebend, bei winterlichen Temperaturen um die -20°C ist er dennoch eine zu
beachtende Kenngröße.
Vom Bekleben der Fassade mit Styroporplatten als WDVS, wie es landesweit oft und
gern gemacht wurde, riet der Fachmann ab. Ein wichtiger Grund besteht darin,
dass es als widersinnig angesehen wird, von innen nach außen dichter zu bauen –
noch dazu, wo bekannt ist, dass die Berechnungen nach Norm, einschließlich
Glaser-Verfahren, keine realitätsnahen Ergebnisse erbringen (Hauser, 2003).
Durch eine Kerndämmung mit EKOVATA Zelluloseflocken konnte der U-Wert auf 0,37
W/m²K verbessert werden, wobei ein entscheidender Vorteil darin besteht, dass am
Ende eine voll sorptionsfähige Wandkonstruktion mit kapillarer Leitfähigkeit
vorliegt.
Im Februar wurden im Rahmen einer Objektbegehung Baumaßnahmen besprochen mit
folgenden Schwerpunkten: Regendichtigkeit Fenster DG Putzausbesserungen Fassade,
Leibungen dämmen, Schaum unter den Fensterblechen ersetzen, Fassaden- und
Innenanstrich, Holzgiebel Süd erneuern, Giebelortgangstreifen aus Holz
streichen, Schwingungsverringerung Rasterdecke über KG.




Am 11.02.2007 herrschten am Stadtrand von Vilnius -23°C. Es wurden im Mittel
Raumtemperaturen von 19°C und Wandoberflächentemperaturen von 16°C gemessen.
Beachtliche Temperaturunterschiede der Wandoberflächentemperaturen der Fassade
ergaben die Messungen mit dem Pyrometer zur berührungslosen Temperaturmessung.
Hieran erkennt man, was der Begriff „solare Gewinne opaker Bauteile“ bedeutet:
der Wärmestrom von 20°C nach -10°C ist geringer als der von 20°C nach -20°C.

Um die energetische Qualität der Außenwände zu verbessern,
riet der Bausachverständige zum Einsatz von ThermoShield (www.ThermoShield-Europe.com).
Gründe hierfür sind u.a. der Schutz vor solarer Belastung im Sommer, die
Kompensation von Wärmebrücken, Schlagregenschutz, Verbesserung der thermischen
Behaglichkeit. Der praktische Nutzen hat diesem Planungsansatz Recht gegeben,
der folgende Erfahrungsbericht ist selbst erklärend.
Farbentwürfe
„Wir haben ThermoShield für Renovierungsarbeiten an unserem Kindergarten im
Sommer 2007 sowohl innen als auch außen benutzt. Während wir zu Beginn noch
einmal mitten in der Nacht und während des Tages nachheizen mussten, ist das
Haus jetzt mit zweimaligem Heizen warm zu halten, auch bei Temperaturen von -20
(Januar 2009).
Begeistert sind wir von den Eigenschaften: trotz der im Vergleich zu Deutschland
extremen litauischen Bedingungen von -20°C im Winter bis knapp 30 Grad im Sommer
verblasst ThermoShield nicht und es sind überhaupt keine Risse zu sehen, weder
an der Holzverkleidung noch am Putz – ein großes Problem vieler Farben
hierzulande und bei einem Stadtrundgang durch Vilnius an fast jeder Ecke zu
beobachten.“
Die
fertige Fassade
DIMaGB.de – Informationen für Bauherren
Berlin, 17.04.2009
© Fotos, Grafiken: DIMaGB, A. Rodenbeck
Der Bericht im Download
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