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Regenwasser macht nicht nur schön
Broschüre stellt
Vor- und Nachteile der Versickerung und Nutzung von Regenwasser

dar

Ist es sinnvoll, Regenwasser im privaten Haushalt zu nutzen? Darüber wird seit langem in Deutschland diskutiert. Das Umweltbundesamt (UBA) hat nun in der kostenlosen, 40-seitigen Broschüre „Versickerung und Nutzung von Regenwasser“ Vorteile, Risiken und Anforderungen des Umgangs mit Regenwasser zusammengestellt. Fazit: Regenwasser im Haushalt zu nutzen, ist aus hygienischen Gründen und wegen der damit verbundenen hohen Kosten nicht empfehlenswert. Hingegen ist die gezielte Versickerung des Regenwassers gut für die Umwelt. Regenwasser dient dazu, unsere Grundwasserspeicher regelmäßig wiederaufzufüllen. Flächenversiegelung und Verschmutzung gefährden dies. Daher gehört der sorgfältige Umgang mit Regenwasser zu den wichtigsten Aufgaben des Gewässerschutzes. In vielen stark besiedelten Gebieten ist der natürliche Wasserkreislauf gefährdet. Ihn zu erhalten oder wieder herzustellen, erfordert, im Umgang mit Regenwasser neue Wege zu gehen.

Grund- und Oberflächenwasser sind starken Belastungen ausgesetzt. Klimaänderungen sowie zunehmende Flächenversiegelung vermindern die natürliche Grundwasserneubildung, und Schad- und Nährstoffeinträge wirken sich negativ auf die Grund- und Oberflächenwasserqualität aus. Daher sind vermehrt Maßnahmen dafür vorzusehen, dass Niederschläge über den Boden das Grundwasser erreichen. Dazu zählen beispielsweise Möglichkeiten, die Versiegelung von Grundstücken und die Ableitung des Regenwassers in die Kanalisation weitgehend zu vermeiden. Sind trotzdem versiegelte Flächen, von denen viel Regenwasser abfließt notwendig, so sind Vorkehrungen zum Verdunsten und Versickern des Niederschlagwassers zu treffen. Eine gezielte Regenwasserversickerung verringert zudem das Risiko, dass Mischwasserkanalisationen – in denen Schmutzwasser aus den Haushalten und Regenwasser gemeinsam abfließen – bei starken Regenfällen überlaufen und so Flüsse oder Seen verschmutzen.

Das Konzept, Niederschlagswasser in bebauten Gegenden dort in den natürlichen Wasserkreislauf zurückzuführen, wo es anfällt, ist dauerhaft umweltgerecht und rechnet sich auch volkswirtschaftlich. Regenwasserversickerung hat viele Vorteile: Teure unterirdisch verlegte Kanäle und Regenwasserüberläufe lassen sich durch kostengünstige naturnahe Rückhaltesysteme ersetzen. Auch wirkt sich dies positiv auf die Grundwassermenge aus, da der Regen dort, wo er fällt, versickert. Dies sind gute Gründe, um den Umgang mit Regenwasser in Siedlungsgebieten zu ändern.

Weitaus differenzierter sind die Vor- und Nachteile der Regenwassernutzung in privaten und öffentlichen Gebäuden zu beurteilen: Regenwasser zur Gartenbewässerung zu nutzen, ist uneingeschränkt zu empfehlen. Hingegen schont die Regenwassernutzung im Haushalt – etwa zum Wäschewaschen – wegen des geringen Spareffekts kaum das Grundwasser. Aus ökologischen Gründen ist die Regenwasserversickerung die bessere Alternative.

Zudem führt Regenwassernutzung im Haushalt nicht zu einer echten Kostenersparnis, da Anschaffungs- und Wartungskosten bei korrekter Handhabung der notwendigen Installationen vergleichsweise hoch sind. Denn: Diese Form der Regenwassernutzung verlangt einen hohen Sicherheitsstandard – die hygienischen Risiken sind prinzipiell lösbar, haben jedoch ihren Preis. Das Problem: Durch die Regenwassernutzung im Haushalt entsteht eine Kontaktstelle zur Trinkwasserversorgung, an der bei ungenügender Wartung die Gefahr einer Trinkwasserverunreinigung besteht. Deshalb ist ein hohes Maß an Eigenverantwortung der Betreiber gefordert. Mängel dieser Regenwassernutzung sind häufig darauf zurückzuführen, dass die erforderlichen Wartungsarbeiten aus unterschiedlichen Gründen unterbleiben.

Die Infektionsgefahr durch die Regenwassernutzung für die Toilettenspülung ist gering. Jedoch sprechen hygienische Gesichtspunkte dagegen, Regenwasser zum Wäschewaschen zu verwenden. Dies ist vor allem für Personen mit einem Gesundheitsrisiko verbunden, deren Immunsystem unzureichend ausgebildet ist, also Kleinstkinder, alte Menschen und Kranke.

Die Broschüre „Versickerung und Nutzung von Regenwasser –

Vorteile, Risiken, Anforderungen“ ist kostenlos erhältlich beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 14 06, 06813 Dessau (Postkarte), e-Mail: info@umweltbundesamt.de. Die Veröffentlichung ist auch im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.org/fpdf-l/2973.pdf als Download veröffentlicht.

Pressemitteilung UBA, Nr. 05/06
Dessau, den 25.01.06

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Zur Qualität des Trinkwassers
Wie gut ist die Qualität des Trinkwassers in Haushalten mit Kindern?
Weitere Ergebnisse aus dem bundesweiten Kinder-Umwelt-Survey (KUS) des Umweltbundesamtes

Trinkwasser ist ein wichtiger Bestandteil der Nahrung. Die gesetzlichen Anforderungen sind eindeutig: Trinkwasser darf keinen Anlass zu gesundheitlicher Besorgnis bieten. Es muss alle Haushalte in einwandfreier Qualität erreichen. Die Qualität des häuslichen Trinkwassers kann aber schlechter sein als die Qualität des Wassers, das von den Wasserwerken abgegeben wird. Die Daten des Kinder-Umwelt-Surveys (KUS) des Umweltbundesamtes (UBA) zeigen, dass in den meisten Haushalten im Vergleich zu den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) die Konzentrationen im häuslichen Trinkwasser gering sind. Der KUS liefert aber auch Hinweise, dass noch in den Jahren 2003/06 in einigen Haushalten die derzeitigen oder zukünftigen Grenz- oder Leitwerte für Blei, Kupfer, Nickel und Uran überschritten gewesen sein könnten. Der Bericht dieser aktuellen Daten kann im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/gesundheit/survey/us03/uprog.htm kostenlos herunter geladen werden.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des UBA und des Robert Koch-Institutes nahmen von Mai 2003 bis Mai 2006 Trinkwasserproben in 1790 Haushalten, in denen 3- bis 14-jährige Kinder lebten. Das UBA und Vertragslaboratorien untersuchten in diesen Proben Blei, Cadmium, Kupfer, Nickel und Uran.

Die aktuellen Auswertungen zeigen, dass sich die mittleren Blei-, Kupfer- und Nickelkonzentrationen des häuslichen Trinkwassers 2003/06 gegenüber 1998 vor allem in den östlichen Bundesländern verändert haben: Während dort die mittleren Blei- und Nickelkonzentrationen gesunken sind, nahm die mittlere Kupferkonzentrationen zu. Diese Veränderungen lassen sich mit der Sanierung der Trinkwasserinstallationen und dem Austausch alter Rohre – Blei- gegen Kupferrohre – erklären.

Die Daten des KUS bekräftigen die Empfehlungen des UBA, Trinkwasser, das länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat, nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken zu verwenden. Vor allem Säuglingsnahrung sollte immer nur mit frisch abgelaufenem Wasser zubereitet werden. Solches Wasser ist beim Austritt aus der Trinkwasserleitung etwas kühler als Stillstandswasser.

Auf der Grundlage der Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchungen des KUS rät das UBA den Gesundheitsämtern und Wasserversorgungsunternehmen: In Versorgungsgebieten mit einer erhöhten Kupferlöslichkeit des Trinkwassers und einem hohen Bestand an Kupferinstallationen, ist die Kupferlöslichkeit mittels zentraler Aufbereitung so zu reduzieren, dass sich der Grenzwert für Kupfer am häuslichen Wasserhahn sicher einhalten lässt. Es ist die Pflicht der Gesundheitsämter und der Wasserversorgungsunternehmen, den Leitwert für Uran von 10 µg/l im Trinkwasser sicherzustellen. Verunreinigungen des Trinkwassers mit Uran sind hauptsächlich geogen – also natürlich in der Erde vorkommend – bedingt und somit regional geprägt. Das UBA hat die Gemeinden, in denen gehäuft erhöhte Kupfer- oder hohe Urankonzentrationen im häuslichen Trinkwasser auftraten, hierüber informiert.

Nach wie vor gilt, dass Bleirohre in der Hausinstallation auszutauschen sind. Weitere Hinweise für Verbraucherinnen und Verbraucher gibt das UBA in dem kostenlosen Ratgeber „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“ (http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3058.pdf).

Zum Ende des Jahres 2008 werden die Daten des Kinder-Umwelt-Surveys interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als Public Use File zur Verfügung gestellt.

UBA
Dessau-Roßlau,
den 14.03.2008

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Schwere Altlast: Trinkwasserleitungen aus Blei jetzt vollständig austauschen
Bleihaltiges Wasser vor allem für Säuglinge, Kleinkinder und Schwangere nicht geeignet

Seit Jahrzehnten ist bekannt: Blei ist gesundheitsschädlich. Dennoch sind Wasserleitungen aus Blei in vielen Altbauten noch weit verbreitet. Die Folge können erhöhte Bleikonzentrationen im Trinkwasser sein, teilweise sogar über dem ab 2013 in Kraft tretenden Grenzwert von 10 Mikrogramm Blei/Liter Trinkwasser (µg/L). Es gibt deutliche Hinweise, dass knapp 3 Prozent der Haushalte mit 3- bis 14-jährigen Kindern diesen künftigen Grenzwert nicht einhalten. Dies zeigt jüngst der Kinder-Umwelt-Survey des Umweltbundesamtes (UBA). Säuglinge und Kleinkinder sind besonders empfindlich gegenüber Blei. Trinkwasser aus Bleileitungen ist daher für die Zubereitung ihrer Nahrung nicht geeignet; Schwangere sollten es auch nicht konsumieren. Dies gilt für Wasser, das längere Zeit in den Leitungen stand, und für frisch abgelaufenes Wasser. Wer alte Bleileitungen im Gebäude hat, kann die Gesundheits­belastung jedoch zuverlässig vermeiden, indem er oder sie die alten Rohre durch neue Leitungen aus zertifizierten Materialien ersetzt: Geeignete Leitungsmaterialien sind Kunststoffe, Edelstahl oder Kupfer, falls sie ein Zertifizierungszeichen der DVGW (Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfachs e.V.) aufweisen. UBA-Präsident Prof. Dr. Andreas Troge: „Die anstehenden Sanierungen zur besseren Wärmeisolierung sind eine gute Gelegenheit, um das Blei endlich aus den Altbauten zu verbannen“. Was dabei zu beachten ist, erläutert der kostenlose UBA-Ratgeber: „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“.

Hauseigentümer sollten sich an fachkundige Installationsfirmen wenden, die dann die allgemein anerkannten Regeln der Technik befolgen und die richtigen Materialien auswählen. Erfahrungen des UBA zeigen: Was billig ist, muss nicht preiswert sein, denn falsch installierte oder nicht zertifizierte Materialien können andere Schadstoffe an das Trinkwasser abgeben oder das Bakterienwachstum fördern.

Trinkwasserleitungen müssen auch zur Wasserzusammensetzung vor Ort passen. Trinkwasser ist ein Naturprodukt und seine chemischen oder korrosiven Eigenschaften sind regional unterschiedlich. Vor dem Einbau von Kupferrohren sind die Einsatzbeschränkungen zu beachten. So können bei saurem oder hartem Trinkwasser erhöhte Kupferkonzentrationen im Trinkwasser auftreten. Die örtlichen Wasserversorger führen Listen kompetenter Installationsfirmen. Diese Firmen erhalten neben Fortbildungen und Schulungen auch regelmäßig Informationen über die Wasserzusammensetzung vor Ort. So können Haus- und Wohnungseigentümer die Auswahl des Materials genau auf ihr Trinkwasser abstimmen.

In manchen Regionen Deutschlands – vor allem in Nord- und Ostdeutschland – kamen Bleileitungen noch bis Anfang der 1970er Jahre zum Einsatz. Dort lässt sich weder der – noch bis 30. November 2013 gültige – Trinkwassergrenzwert für Blei in Höhe von 25 µg/L noch der ab 01. Dezember 2013 gültige in Höhe von 10 µg/L überall einhalten. Da Bleileitungen sehr haltbar sind und eine komplette Erneuerung zu kostspielig erscheint, zögerten viele Hauseigentümer die vollständige Erneuerung der Trinkwasserleitungen immer wieder hinaus. Die alten Bleirohre müssen jedoch ganz raus, damit die Bleibelastung wirklich sinkt – von Teilsanierungen rät das UBA dringend ab: „Die Mischung verschiedener Metalle kann besonders hohe Belastungen an gelösten Metallen im Trinkwasser verursachen“, so UBA-Präsident Troge.

Der UBA-Ratgeber: „Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn“ informiert Mieter und Hauseigentümer darüber, woran sie Mängel der Bauausführung und ungeeignete Installationsmaterialien erkennen können. Der Ratgeber kann unter http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3058.pdf heruntergeladen werden.

Pressemeldung UBA
Dessau-Roßlau, 5.02.2008

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Nutzung von Regenwasser im häuslichen Bereich -
wasserwirtschaftliche und ökologische Bewertung
Wolfgang Korthals und Ulrich Roth

Der rechtliche und normative Rahmen und die wasserwirtschaftliche Relevanz von Regenwassernutzungsanlagen im häuslichen Bereich werden aufgezeigt. Sinn und Unsinn der Anlagen werden an Wirkung, Kosten und Nutzen und den Kriterien der Nachhaltigkeit bewertet. Dabei sind wasserwirtschaftliche, ökologische, ökonomische und hygienische Gesichtspunkte relevant. Die von den Befürwortern der Anlagen vorgebrachten Argumente werden untersucht und bewertet.

Im Ergebnis ist es nicht zukunftsweisend, in einem wasserreichen Land wie Deutschland den Qualitätsstandard des Wassers im häuslichen Bereich gegenüber dem gültigen Standard zu gefährden, indem in der Hausinstallation eine Sollbruchstelle im Multi-Barrieren-System der Trinkwasserversorgung zugelassen wird. Bei der Regen-wassernutzung überwiegen die Nachteile - von den Anlagen profitieren im Wesentlichen Hersteller und Handwerk, nicht der Verbraucher und nicht die Umwelt.

Aus dem Fazit: Regenwassernutzungsanlagen sind in aller Regel überflüssige, zusätzliche Anlagen, deren Bau und Betrieb mit erheblichen Kosten verbunden sind. Sie stellen andererseits einen lukrativen Markt für Planer, Hersteller und Handwerk dar.

DIMaGB, 2002

[Den Artikel gab es mal bei Hessenwasser im Download.]

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Eine Kosten-Nutzen-Betrachtung zur Regenwasseranlage

Prinzipiell befürworte ich eine Regenwassernutzungsanlage im Privatbereich, so in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Grund: sie sind innovativ und es gibt aus ökologischer Sicht überhaupt nichts einzuwenden, sondern nur Gründe dafür. Dass es vernünftig sein muss, erkennen Sie daran, dass es wohl keine "Laubenpieperanlagen" gibt, wo nicht in jedem Garten mindestens eine Regenwassertonne steht.

Da ich aber keine solchen Anlagen herstelle oder vertreibe, kann ich mir den Luxus erlauben, objektiv neben der Ökologie auch an Fragen der Ökonomie zu denken. Es ist eher legitim, wenn der Bauherr fragt: was kostet das - und was nützt das? Eine Frage, welcher viele Hersteller erst mal weniger aufgeschlossen gegenüberstehen.

Lassen Sie uns ein Beispiel betrachten und das Ergebnis mag dann jeder selbst bewerten. Wir nehmen unser Beispielhaus, wie es hier beschrieben ist. Lassen wir eine junge Familie mit 2 Kindern hier wohnen, die preiswert bauen wollte.

Zuerst soll der Regenwasser-Bedarf ermittelt werden:
Toilette + Waschmaschine x 4 Pers. = 56.000 l/a
Gartenbewässerung für ( 316 - 100 ) 216 qm = 13.000 l/a
Mithin insgesamt also rund 70.000 l im Jahr, das sind 70 cbm.

Als nächstes berechnen wir den Regenwasser-Ertrag:
Wir gehen davon aus, dass die geplante Garage bald noch gebaut wird. Selbst wenn nur ein Carport errichtet wird, ergibt das eine beregnete Fläche. Der Dachüberstand beträgt insgesamt rd. 0,5 m, so dass wir beim Haus auf 70 qm Grundfläche kommen.

Wir haben also 70 + 28 = 98 qm beregnete Grundfläche, von der wir das Regenwasser gewinnen. Das Grundstück liegt in der Nähe von München, also in der Zone mit 800 - 1200 mm/a. Lassen Sie uns von 900 mm Niederschlag ausgehen. Dann müssen wir noch Verlustfaktoren (aus Verdunstung) für die Dachflächen berücksichtigen: Haus mit Ziegeldach (auch wenn es Betondachsteine sind) und Garage mit Kiesdach.
( 70 x 900 x 0,75 ) + ( 28 x 900 x 0,60 ) = 47.250 + 15,120 = 62.370 l/a, das sind 62,4 cbm.

Nun wird die Tankgröße festgelegt:
62,4 / 70,0 = 0,89; 1,00 - 0,89 = 0,11 < 20%
somit 62.370 x 0,05 = 3.118,5 l für die Tankgröße
Das passt also sehr gut zu einer handelsüblichen Größe von 3.200 l = 3,2 cbm.

Unsere Musterfamilie lässt sich ein Komplettsystem einbauen.
Dieses besteht aus:
- 1 Wirbelfeinfilter, an den alle Regenrohre DN 100 anschließen
- 1 Beton-Erdtank 3.200 l )*
- 1 Einbauteile-Set für den Tank
- 1 Mehrfachrohrdurchführung
- 1 Kennzeichnungs-Set mit Wasserhahn
- 1 Versorgungsstation mit Kompaktmodul und Trinkwassereinspeisung )**
- incl. Frachtkosten und Kranentladung

)* Es gibt auch Innentanks aus PE mit Metallbandagen. Familie Mustermann hat sich für den Erdtank entschieden, weil der Platz im Haus ausgereizt ist. Selbst wenn das kein Problem ist, muss man die Höhendifferenz zwischen Tankboden und Aufstellungsort des Hauswasserwerks bedenken. Wenn Sie, aus den örtlichen Gegebenheiten heraus, gezwungen sind die Sohle für die Innentanks abzusenken, ist der Kostenvorteil gegenüber dem Erdtank schnell aufgehoben!

)** Das Kompaktmodul ist als Versorgungsstation das Herzstück der Anlage. Es gibt sie mit und ohne Wasserstandsanzeige sowie mit Trinwassereinspeisung in das Gerät oder in den Tank (TW-Einspeisung deshalb, weil es ja auch mal Zeiten gibt, da es nicht regnet - Wäsche waschen und Toilettenbenutzung sollen trotzdem möglich sein). Familie Mustermann ist sparsam und nimmt die preisgünstige Variante.

Bei der Fa. W. aus C. kostet das ganze rd. 5.800,- DM inkl. 16% MwSt.

Da Privatleute zum Steuernzahlen da sind und hingegen keine MwSt gegenrechnen können, wird das in ein paar Jahren noch teurer, selbst wenn sich Fa. W. mit ihren Netto-Preisen auf Dauer begnügen sollte (was ja nun wegen der Öko-Steuer eher unwahrscheinlich ist, die und die Spritpreise verteuern den Herstellungs- und Lieferprozess).
Für diese 5.800,- DM steht die gelieferte Anlage auf dem Grundstück (nur Fracht und Kran ist bis jetzt enthalten). Jetzt braucht der Bauherr noch jemanden, der ihm die Anlage montiert. Das kann jede vernünftige Sanitär-Installationsfirma.

Die arbeitet nicht für umsonst und sie muss natürlich, neben Wagnis und Gewinn, einen Anteil für die Gewährleistung einkalkulieren. Schließlich will Familie Mustermann eine Verjährungsfrist von 5 Jahren für die Gewährleistung haben. Außerdem kommt noch Rohr- und Kleinmaterial hinzu. Trinkwasser- und Regenwasserleitungen sind streng zu trennen und es ist eine Kennzeichnung vorzunehmen, die versehentliche RW- als TW-Nutzung verhindert.

Wenigstens war Herr Mustermann pfiffig und hat den Aushub der Grube für den Erdtank selbst ausgeführt. Das war zwar recht mühsam bei einem Außendurchmesser von 2,20 m und einer Aushubtiefe von rd. 2,50 m, aber das hat Geld gespart. Die Verfüllung ist dann schon einfacher, aber man muss überlegen, wohin mit 10 cbm Erdreich.

Insgesamt kostet die Regenwassernutzungsanlage Familie Mustermann ca. 9.000,- DM brutto.

Die durchschnittlichen Trinkwasserpreise ohne die Abwassergebühren sind von 1989 zu 1999 um ca. 40% gestiegen. Das ist natürlich regional sehr unterschiedlich. Einschließlich der Abwasserkosten können wir in unserem von einem üblichen Kubikmeterpreis von 8,90 DM ausgehen.
Der berechnete Regenwasser-Ertrag sei mit 61.000 l eingetreten. Das entspricht eingesparten Jahreskosten von 542,90 DM. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Kostensteigerung von 4,5% p.a. amortisiert sich die Anlage im 13. Jahr (zum Vergleich: bei 3% Inflation sind es 14 Jahre, bei 6% Inflation sind es 12 Jahre).
Familie Mustermann hat den Bau aber nicht aus der Portokasse bezahlt. Wie viele andere hat sie einen Kredit aufgenommen, zum Glück sehr günstig. So kommt man für die 9.000 DM Herstellungskosten nach 13 Jahren auf rund 16.000 DM an Kosten (Annahme: Zinskosten 4,5% bei 1% Tilgung und 15 Jahren Laufzeit).
Rechnet man Ersparnis gegen Errichtungs- und Zinskosten, kommt man auf einen Amortisationszeitraum von 18,5 Jahren. Wer vermag so weit zu prognostizieren?

Eine wirtschaftliche Wertung ist schwerlich zu treffen. Wie entwickeln sich Steuern, Preise und Inflation? Wer soll das wissen? Wartungs- und Betriebskosten haben wir zudem noch gar nicht in die Betrachtung einbezogen. Auf jeden Fall bleibt neben dem Ökofaktor noch der Prestigewert: der Schutz der Umwelt war mir soundsoviel wert, kann der stolze Bauherr berichten.

Nutzlos ist die Anlage keineswegs, eine Ersparnis ist ja da. Außerdem ist weiches Regenwasser in der Waschmaschine gut für die Wäsche. Auch für die Pflanzen ist es besser, egal ob drinnen oder drausen. Ökologisch hat Familie Mustermann ein Zeichen gesetzt und ein gutes Gefühl, weil sie kostbares Trinkwasser durch Regenwasser ersetzt.

Werden solche Anlagen gefördert?

Hersteller argumentieren damit, dass Gemeinden den Einbau von Regenwasseranlagen unterstützen, weil sie den ökologischen und volkswirtschaftlichen Nutzen erkannt hätten. Uns sind solche Beispiele nicht bekannt, aber das hat nichts zu bedeuten. Es mag ja Förderbeispiele geben, das dürften dann aber regionale Ausnahmen sein, gesetzliche Vorgaben zur Förderung gibt es nicht.

Nehmen wir die Region Brandenburg in die Betrachtung. Hier wurden Anfang der 90er Unmengen teure und überteuerte Kläranlagen errichtet. Wer kennt nicht das schöne Wort "Abwasserzweckverband"? Meist verbirgt sich das Bemühen überschuldeter Gemeinden dahinter, für ihre überdimenionierten Anlagen weitere Anschliesser zu finden. Viele Kläranlagen funktionieren zudem deshalb nicht (richtig), weil die Leute so viel Wasser sparen, dass es rein hydraulische Probleme gibt (es fliesst zu wenig Wasser).

Wo soll da das Motiv zu einer Förderung von Regenwasseranlagen (also noch weniger Trinkwasserverbrauch und somit weniger Einnahmen) durch die Gemeinden zu begründen sein?

Weiterhin ist zu bedenken: wenn die Mehrheit in Siedlungsgebieten dazu übergeht, sich Regenwasseranlagen einzubauen, ergibt sich folgendes Problem. Der Verbrauch an Trinkwasser geht zurück und somit schwindet eine messbare Grösse. Kalt- und Warmwasserzähler kennt jeder. Aber wo gibt es Abwasserzähler? Aber genau die wären erforderlich, um das eingeleitete Abwasser quantitativ zu erfassen. Bislang wird so gerechnet, dass 1 cbm Trinkwasser 1 cbm Abwasser ergibt - und was es kostet, das kostet es eben, und was es kostet, das wird umgelegt. Das sind Kosten und Gebühren und Marktwirtschft gibt es hierbei nicht, weil es keine Alternativangebote gibt. Deshalb gibt es nichts teureres, als mit gezähltem Trinkwasser den Garten zu sprengen - das Wasser geht zwar nicht mit in die Kläranlage, aber die Kosten werden berechnet (z.B. 8,90 DM statt 3,10 DM).

Wenn Sie aber dazu übergehen, Waschmaschine und Toilette mit Regenwasser zu versorgen, wird weniger Kaltwasser (TW) gezählt - aber das Abwasser wird dennoch eingeleitet. Aber wieviel? Kostenlos geht das wohl nicht. Über dieses Problem schweigt sich die Fachwelt leider noch aus.

Denkbar wären zur Lösung des Problems Zähler in der Zentraleinheit der Regenwasseranlage. Aber die müssten geeicht sein und verplompt und wer weiss was noch alles. Allein aus so einer simplen Fragestellung lassen sich wieder ABM-Massnahmen für Juristen ableiten.

Noch ein Aspekt: in der Beispielrechnung für Familie Mustermann wurden die Ertragswerte der Region München angesetzt. Zur Wiederholung: 800 - 1.200 mm/a sind es da. In Berlin und Brandenburg sind es aber nur 600 mm/a. Hierbei gilt: weniger Ertrag - weniger Ersparnis.

DIMaGB, 2002

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